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Leoni: Bordnetzbereich vor Stellenabbau

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Effizienzprogramm gestartet

Hauptursache für das deutlich niedrigere Ergebnis waren massive Kostensteigerungen beim Hochlauf neuer Projekte. Und Hiller analysierte die Gründe der Belastung nochmals tiefgehender. So hätten zu ehrgeizige Projektkalkulationen in Bezug auf Personal und Fläche, Defizite bei der Projektplanung und -umsetzung in Form mangelnder Koordination sowie unklare Verantwortlichkeiten in der Matrix-Organisation und dort insbesondere Redundanzen die Kosten getrieben.

Hiller sagte vor diesem Hintergrund: „Um die Profitabilität zu erhöhen, haben wir ein umfangreiches Effizienzprogramm auf den Weg gebracht. Die Umsetzung hat bereits begonnen.“ Erstens wird angestrebt, die Performance der für die Ergebnisbelastung maßgeblichen Projekte zu steigern. Zweitens verbessert Leoni die Prozesse in Projektplanung und -umsetzung. Drittens wird die Matrix-Organisation vereinfacht, um kurze Entscheidungswege, klare Zuständigkeiten und geringere Kosten zu ermöglichen. Das Maßnahmenpaket soll zu einer Steigerung der Profitabilität führen, ist 2016 jedoch mit einem Restrukturierungsaufwand von etwa 25 Millionen Euro verbunden. Im Bereich WSD plant Leoni für das Geschäftsjahr 2016 mit 2,6 Milliarden Euro Umsatz und einem EBIT von 30 Millionen Euro.

Stellenabbau angekündigt

Im Rahmen des Maßnahmenpaketes wurde auch deutlich, dass an dem für den zu teuren Hochlauf beteiligten Werk in Rumänien Personal abgebaut werden müsse. „Das Werk war auf 5.000 Mitarbeiter ausgelegt und hatte in Spitzenzeiten 9.000 Beschäftigte. Von hier werden wir Teilumfänge verlagern“, so Hiller. Man wolle sich aber in keiner Weise von Rumänien als Standort verabschieden, betonte der Manager: „Das Land ist eine solide Stütze unseres Bordnetzgeschäftes in Europa.“ Der angekündigte Stellenabbau im WSD sei laut Dr. Hiller schwerpunktmäßig in Rumänien: „Wir müssen Stellen abbauen. In welcher Form analysieren und diskutieren wir gerade intern. Konkrete Zahlen werden wir wohl in etwa drei Monaten präsentieren.“ Ob auch andere Werke von Personaleinsparungen betroffen sind, ließ das Leoni-Topmanagement noch offen. Es gäbe aber laut Hiller auch in anderen Standorten „Potenziale“.

Daneben wurden auch Verlagerungen nach Moldawien oder die Ukraine angesprochen, die sich aber vorerst nur auf Teilmodule beschränke. Hiller wies aber auf den Lohnkostenvorteil in der Ukraine hin. Gleichzeitig sei man auch am Thema Automatisierung dran. Doch der WSD-Chef betonte: „Das Bordnetzgeschäft bleibt ein stark manuelles Geschäft. Das wird sich auch in den kommenden fünf Jahren nicht so schnell ändern.“

Lichtblicke

Einen Lichtblick sieht die Division aber bei den Themen Vernetzung, Elektrifizierung und Automatisiertes Fahren. Das seien „Themen, um die wir uns mit Hochdruck kümmern“, so Hiller. Hier erwartet Leoni noch mehr Nachfrage und einen hohen Bedarf an Leitungen.

Der Vorstandsvorsitzende Dieter Bellé nahm abschließend nochmals eine Prognose für 2016 vor. Für das laufende Jahr erwarte Leoni wegen der leicht nachlassenden Konjunktur in für das Unternehmen relevanten Märkten, gesunkener Metallpreise und der nicht mehr konsolidierten Einnahmen des chinesischen Joint Ventures einen leicht rückläufigen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro. Neben fehlenden Deckungsbeiträgen werden 2016 laut Bellé auch die kritischen Bordnetzprojekte das Ergebnis belasten, da sie trotz der eingeleiteten Maßnahmen nicht die ursprünglich erwartete Rendite liefern. Hinzu kommen die Restrukturierungs- und Sonderaufwendungen. Leoni rechnet deswegen mit einem EBIT von 105 Millionen Euro. Das Unternehmen hat das Investitionsvolumen verglichen mit dem Vorjahr auf 230 Millionen Euro (Vorjahr: 247,5 Millionen Euro) gesenkt.

Grundsätzlich stehe das Geschäftsjahr 2016 im Zeichen der Effizienzverbesserung. Das Ziel des Unternehmens sei es, wieder auf einen ertragsorientierten Wachstumspfad zurückzukehren. Ein attraktives wirtschaftliches Umfeld und ein hoher Auftragsbestand sollen hier positive Effekte bringen.

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