BMW legt den Schalter um. Knapp sieben Jahre nach dem i3 bringt der Münchener Automobilhersteller mit dem iX3 endlich sein nächstes Elektroauto. Bis Ende 2022 sollen vier weitere Stromer folgen.
Die E-Auto-Studie „Vision iNext“ von BMW.
(Bild: BMW)
Die Frage stellt sich fast zwangsläufig: Kann die Autobranche trotz Corona-Krise mittelfristig an ihrer Modellstrategie festhalten? Und: Gerät sie mit den vorgegebenen CO2-Emissionen ihrer europäischen Neuwagenzulassungen in Bedrängnis? Zumindest Letzteres beantwortet BMW mit einem klaren Nein. „Wir elektrifizieren unsere Flotte wie geplant“, sagt Konzernchef Oliver Zipse, und betont, dass man beim Thema Innovationen die Führungsrolle übernehmen will. Bis 2025 sollen mehr als 30 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aufgewendet werden.
Ein Großteil davon fließt in elektrische Antriebe und in die Batterietechnologie. Mittlerweile sind die BMW-Entwickler hier bei der fünften „eDrive“-Generation angelangt, konnten die Effizienz deutlich steigern, Gewicht und Größe der Bauteile reduzieren und die Energiedichte der Zellen verbessern. E-Motor, Leistungselektronik, Lademanagement und Batterie sind praktisch komplette Neuentwicklungen.
BMW verspricht 15 Prozent weniger Verbrauch als die Konkurrenz
Ende 2021 soll der Kunde unter fünf vollelektrischen Modellen wählen können. Zwei davon sind bereits auf dem Markt, am längsten – seit Herbst 2013 – der i3. Der avantgardistische Karbon-Kleinwagen erlebt derzeit nahezu seine besten Verkaufszahlen und soll vermutlich noch bis etwa 2024 weitergebaut werden. Denn ein ernsthafter Konkurrent ist noch immer nicht am Markt. Jüngst hinzu kam aus eigenem Hause der Mini Cooper SE, in dem der gleiche Motor wie im i3 sitzt.
Noch in diesem Jahr folgt der iX3. Das ist kein auf Outdoor und Abenteuer getrimmter i3, sondern ein X3 mit Elektroantrieb. Mit ihm will BMW vor allem seinen deutschen Konkurrenten Audi und Mercedes Paroli bieten, die mit E-Tron und EQC bereits elektrische SUV in dieser Klasse anbieten. Für den iX3, der zunächst ausschließlich in China gefertigt wird, versprechen die Bayern einen „einzigartig günstigen Stromverbrauch“. Genannt wird ein Wert von unter 20 kWh/100 km. Das wären gut 15 Prozent weniger als der Wettbewerb. Die Reichweite des iX3 soll bei 440 Kilometern (WLTP-Wert) liegen.
i4 mit bis zu 600 Kilometer elektrischer Reichweite
Zum i4 hatte BMW bereits im vorigen Jahr auf der IAA in Frankfurt ein Concept Car präsentiert. Erstmals wird damit im Hause eine sportliche Mittelklasse-Limousine, vergleichbar mit dem 4er Gran Coupé, mit rein elektrischem Antrieb auf die Räder gestellt. Bis zu 600 Kilometer Reichweite werden in Aussicht gestellt. Hierfür müsste die Batterie allerdings mindestens 90 kWh an Kapazität haben. Bei der Flachboden-Architektur keine einfache Aufgabe für die Ingenieure. Der i4 soll ab 2021 im Stammwerk in München gefertigt werden, zusammen mit konventionellen Verbrennern und Plug-in-Hybriden auf demselben Band. Dieses Verfahren ermöglicht maximale Flexibilität im Modellmix.
Kurz vor dem i4 will BMW den „iNext“ bringen. Die Studie hierzu hieß „Vision iNext“ und erregte 2018 wegen ihres sehr polarisierenden Designs viel Aufsehen – und Kritik. Die Serienversion soll davon nur unwesentlich abweichen. Der iNext ist ein gut fünf Meter großer Crossover und gleicht einem Mix aus SUV, Van und Kombi. Er soll Kunden ansprechen, die viel Wert auf Raum, Funktion und Komfort legen.
BMW i7: elektrifiziertes Flaggschiff
In Richtung Luxus wird natürlich erneut der nächste 7er positioniert. Das Flaggschiff und Aushängeschild der Marke soll erstmals – ab 2022 – als vollelektrische Variante erhältlich sein, als i740, als i750 und in der höchsten Ausprägung als i7 M60. Hier ersetzen zwei E-Motoren mit zusammen rund 650 PS den bisherigen Zwölfzylinder des M760 Li. Eine Batteriekapazität von 120 kWh soll Reisen am Stück von bis zu 640 Kilometern ermöglichen.
Weniger als zwei Jahre vor seinem Generationswechsel steht der X1. In der Pipeline dürfte dann auch die E-Version iX1 sein. Offiziell bestätigt BMW dies zwar noch nicht. Doch Entwicklungschef Klaus Fröhlich sagte einmal, dass er sich solch ein Modell „durchaus vorstellen“ kann. Die „UKL2“-Architektur, auf der das kompakte SUV basiert, sollte dafür jedenfalls flexibel genug ausgelegt sein.
Das Thema Wasserstoff/Brennstoffzelle wird bei BMW zur vierten Säule. Man arbeitet hier eng zusammen mit Toyota. Bis 2022 soll eine Kleinserie auf Basis des X5 entstehen, deren Fahrzeuge an ausgesuchte Kunden vergeben werden, ähnlich wie es Mercedes mit dem GLC F-Cell macht. Die Reichweite soll bei mindestens 500 Kilometer liegen. Das Tanken erfolgt in weniger als fünf Minuten. Eine echte Serieneinführung von Brennstoffzellenfahrzeugen ist laut BMW allerdings nicht vor 2025 zu erwarten.
Stand: 08.12.2025
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