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Mercedes-AMG C63: Ein V8 und seine Konkurrenten

| Autor/ Redakteur: Jens Meiners / Jens Scheiner

Mercedes-AMG überarbeitet den C63. Welche Modelle ihm im Segment Marktanteile abjagen wollen, haben wir zusammengefasst.

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Mercedes-AMG überarbeitet den C63. Die kompakten V8-Modelle fahren in einem begehrten Segment.
Mercedes-AMG überarbeitet den C63. Die kompakten V8-Modelle fahren in einem begehrten Segment.
(Bild: Daimler)

Die kompakten V8-Modelle aus Affalterbach kommen jetzt mit kurzer Verzögerung in den Genuß der gleichen Optimierungen, die jüngst ihren profaneren Schwestermodellen zugute kamen – darunter ein leicht optimiertes Interieur. Da lohnt sich ein Blick, was im Segment sonst noch angeboten wird.

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Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio – der Heißblütige

Angesichts der prekären finanziellen Lage des Fiat-Chrysler-Konzerns haben manche Beobachter gar nicht mehr damit gerechnet, daß Alfa Romeo noch eine komplett neue Baureihe auf die Räder stellen würde. Doch die Giulia ist nicht nur eine elegante und moderne Limousine geworden, sie ist zudem in ihrer Quadrifoglio-Variante extrem hart, präzise und schnell. Der 375 kW/510 PS starke 2,9-Liter-V6-Biturbo ist eng mit den aktuellen Ferrari-Aggregaten verwandt.

Die Giulia sprintet in 3,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Vmax von 307 km/h. Noch eindrucksvoller: Mit 7 Minuten und 32 Sekunden hält sie den Rekord für Limousinen auf der Nürburgring-Nordschleife. Daß die Fahrmodi-Vorprogrammierung wenig Raum für individuelle Anpassungen bietet, ist allerdings schade. Und noch viel bedauerlicher finden wir es, daß die Variante mit Handschaltung in Deutschland kurzerhand gestrichen wurde.

Audi RS4 Avant und RS5 – der Kühle

Sie unterscheiden sich optisch erheblich, das zweitürige Coupé RS5 und der fünftürige Kombi RS4 Avant, aber unter dem diskret verbreiterten Blech steckt die gleiche Technik: Ein 2,9-Liter-V6-Biturbo mit 331 kW/450 PS, eine ZF-Achtgang-Automatik und ein heckbetonter Allradantrieb. Mit Sportdifferential und Dynamiklenkung erinnert das Fahrverhalten an ein Go-Kart; das Interieur ist sachlich-kühl gezeichnet. Der Spurt von 0 auf 100 km/h dauert beim RS5 nur 3,9 Sekunden, der RS4 Avant benötigt 0,2 Sekunden länger. Abgeregelt wird bei 250 km/h, gegen Aufpreis sind 280 km/h möglich. Als Bindeglied zwischen RS5 Coupé und RS4 Avant dient übrigens ab 2019 der RS5 Sportback mit 5 Türen und Fließheck.

BMW M3 und M4 – der Perfekte

Die Erfahrung von BMW im Segment ist unübertroffen: Es ist 32 Jahre her, dass der erste M3 lanciert wurde, damals noch mit einem hochgezüchteten Vierzylinder-Motor. Auf zwei Baureihen mit Reihen-Sechszylinder folgte ein V8, bevor BMW zum Reihen-Sechszylinder zurückkehrte, jetzt allerdings mit Turboaufladung. Er ist wahlweise an eine Sechsgang-Handschaltung oder eine Siebengang-Doppelkupplungs-Automatik gekoppelt. Damit genießt BMW in Deutschland eine Alleinstellung, denn Alfa Romeo und Cadillac bieten ihre Handschalter nur auf anderen Märkten an, Mercedes-AMG und Lexus gibt es sogar überhaupt nur mit Automatik.

Der M3 ist in Deutschland inzwischen ausgelaufen, weil sich die Umstellung auf die neuen Abgasnormen nicht mehr lohnt: Schon für 2019 wird der Nachfolger erwartet. Den ausschließlich hinterradgetriebenen M4 gib es allerdings weiterhin, und zwar sowohl als Basismodell mit 317 kW/431 PS als auch mit einem „Competition“-Paket mit 331 kW/450 PS. Der M4 läßt sich mit messerscharfer Präzision über Straßen und Rennpisten bewegen, der Lauf des 3,0-Liter-Reihen-Sechszylinders ist seidenweich. Als Alternative zum Coupé gibt es ein Cabriolet, das mit dem inzwischen etwas aus der Mode geratenen Metall-Klappdach ausgerüstet ist. Der Gewichts-Malus dafür liegt bei über 200 Kilogramm.

Cadillac ATS-V – der Underdog

Der kantig-aggressiv gezeichnete Cadillac ATS war bei seinem Debüt eine Überraschung: Mit seiner steifen Architektur und sportlichem Fahrwerk verabschiedete er sich von allen Klischees über amerikanische Limousinen und Straßenkreuzer. Das Spitzenmodell ATS-V verfügt über einen 3,6-Liter-V6-Biturbo mit 346 kW/470 PS, der seine Kraft über ein Sechsgang-Schaltgetriebe oder eine Achtgang-Automatik auf die Hinterachse überträgt. In Deutschland gibt es nur die Automatik.

Der Spurt von 0 auf 100 km/h dauert 3,9 Sekunden, und die Spitze liegt bei sensationellen 304 km/h. Der ATS-V liefert seine überragende Leistung dabei vielleicht etwas zu emotionslos ab: Im Konkurrenzvergleich ist sein Klangbild eher zurückhaltend. Dafür fasziniert seine brutal gezeichnete Karosserie. Und natürlich das Image. Denn die USA sind international zum „Bad Boy“ avanciert.

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Lexus RC F – der Klassische

Obwohl sich die Marke Lexus vorwiegend über ihre Hybrid-Modelle definiert, leistet sie sich den Luxus einer unübertroffen klassischen Interpretation des 2+2-sitzigen Sportcoupés: Sein 5,0-Liter-V8-Hochdrehzahlmotor ist die großvolumigste Maschine im Segment – und die einzige, die ohne Zwangsbeatmung per Turbolader auskommt. Das Ergebnis ist eine extrem lineare Leistungsentfaltung und ein Klang, der in seiner Reinheit seinesgleichen sucht. Die Form des RC F ist etwas gewöhnungsbedürftig, in dieser sportlichen Ausprägung mit den diagonal angeordneten Auspuffrohren jedoch nicht ohne Reiz. Die Daten können sich sehen lassen: Von 0 auf 100 km/h in 4,5 Sekunden, Spitze 270 km/h. Auf der Rennstrecke läßt sich der Hecktriebler perfekt kontrollieren.

Mercedes-AMG C63: Der Brutale

Nach wie vor gibt es den AMG C63 mit 350 kW/476 PS und den AMG C63 S mit 375 kW/510 PS; die Siebengang-Automatik weicht einer Neungang-Automatik, bei der – wie bisher – der Drehmomentwandler durch eine „nasse“ Anfahrkupplung ersetzt wird. Der Spurt von 0 auf 100 km/h dauert bei der Limousine nur 4,0 (S-Modell) bzw. 4,1 Sekunden, das Coupé ist nochmals schneller, und abgeregelt wird bei 250 km/h, beim S-Modell optional bei 280 km/h (T-Modell, Cabriolet) bzw. 290 km/h (Limousine, Coupé). Mit dem neu abgestimmten Stahlfahrwerk liegt der AMG C63, den es in vier Karosserievarianten gibt, nochmals besser auf der Straße als bisher.

Es bleibt beim scharfen Klang, den der 4,0-Liter-V8 mit Biturbo-Aufladung aus vier Auspuffrohren emittiert. Und im Cockpit gibt es eine neuprogrammierte Instrumentierung mit einem futuristischen „Supersport“-Modus. Die Preise in diesem Segment beginnen bei rund 70 000 Euro. Dafür bieten alle Wettbewerber Fahrleistungen auf Supersportwagen-Niveau. Und einen ganz eigenständigen Charakter.

Dieser Artikel ist entstanden in Kooperation mit GTspirit.de

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