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Optische und akustische Signale helfen dem Fahrer
Die Radarsensoren befinden sich in einem Modul auf der rechten Fahrzeugseite vor der Hinterachse in der Seitenverkleidung. Sie decken die komplette Länge eines Sattel- oder Gliederzugs ab. Die Erkennungslogik ist auf zwei Meter vor dem Fahrerhaus und nach hinten bis zum Ende des Fahrzeugs ausgerichtet. Befindet sich ein bewegliches Objekt in der rechten seitlichen Überwachungszone, wird der Fahrer über eine gelb aufleuchtende LED in Dreiecksform in der Säule des Windschutzscheibenrahmens auf der Beifahrerseite informiert. Bei Kollisionsgefahr blinkt die LED-Leuchte rot mit höherer Leuchtkraft und es ertönt seitenrichtig ein Warnton. Das geschieht auch, wenn die Sensoren beim Abbiegen in der Schleppkurve des Lkw ein stationäres Hindernis, etwa eine Ampel, ein Schild oder einen Laternenmast erkennen.
Ebenfalls unterstützt der Abbiegeassistent den Fahrer beim Spurwechsel über den gesamten Geschwindigkeitsbereich, vom Stand bis zur zulässigen Höchstgeschwindigkeit. Daraus resultiert eine weitere Sicherheitsfunktion, die den Fahrer beim Wiedereinscheren nach einem Überholvorgang, beim Wechsel der Spur nach rechts an Autobahnverzweigungen sowie bei der Zusammenführung von Spuren assistiert. Bereits im vergangenen Jahr hatte Mercedes-Benz den Abbiegeassistenten vorgestellt – damals noch im Entwicklungsstatus.
Reduzierung der Unfälle um ein Drittel möglich
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gehe davon aus, dass mit einem Abbiegeassistenten rund die Hälfte aller Unfälle zwischen Lkw und Fußgängern beziehungsweise Radfahrern vermieden werden kann. Die damit verbundenen Todesfälle könne sich um fast ein Drittel reduzieren. Das Potenzial der Unfallvermeidung durch einen Abbiegeassistenten in Lkw untersuchte die Unfallforschung der Versicherer (UDV) in einem mehrjährigen Forschungsprojekt. Theoretisch könnten mit dem „aufmerksamen Beifahrer“ 4,4 Prozent aller Lkw-Unfälle vermieden werden. Bezogen auf alle Kollisionen zwischen Lkw und Fußgängern beziehungsweise Radfahrern wären 42,8 Prozent Unfälle vermeidbar: Infolge wären 31,4 Prozent weniger Tote zu beklagen und es sinke die Zahl der Schwerverletzten und Leichtverletzten um 43,5 Prozent respektive um 42,1 Prozent, so die UDV.
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