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Messe im Energie-Stress

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Das Ladeproblem

Brennpunkt Nummer eins: eine Ladeinfrastruktur für E-Lkw. Diese sei perspektivisch ein größeres Problem als die hohen Energiepreise, findet Levin. Schon für Pkw verläuft der Ladesäulen-Aufbau schleppend – wie soll es da erst bei den Brummis werden, die mehr Ladeleistung und andere Technik benötigen? „Wir müssen das Netz zusammenbekommen“, fordert der Traton-Chef. Viele Politiker in Europa hätten dies verstanden. Insgesamt sehe er hier jedoch „ein Fragezeichen“.

Brennpunkt Nummer zwei: die Debatte um die Brennstoffzelle. MAN-Chef Alexander Vlaskamp glaubt, dass mit Wasserstoff betriebene Lkw noch eine gewisse Zeit brauchen. „Grüner Wasserstoff ist knapp.“ Zudem gingen derzeit etwa zwei Drittel der gesamten Energiemenge über die einzelnen Umwandlungsstufen im Brennstoffzellen-Fahrzeug verloren.

Doch die Technik macht Entwicklungssprünge, zumindest bei der Gesamtreichweite. Newcomer Quantron will mit seinem FCEV-Heavy-Truck 1.500 Kilometer schaffen. Der Zulieferer Forvia stellt auf der IAA unter anderem ein Wasserstoffspeichersystem vor. MAN-Manager Vlaskamp schätzt dennoch: Frühestens Anfang bis Mitte der 2030er Jahre könnten Brennstoffzellen-Lkw in großen Stückzahlen rentabel verwendet werden.

McKinsey kalkuliert ähnlich. Bei den Neuzulassungen von Lastwagen in Europa, China und den USA sehen die Berater erst 2035 überhaupt die Schwelle von insgesamt 50 Prozent E-Antrieben erreicht. MAN zeigt in Hannover den Prototypen eines „reinelektrischen Großserien-Lkw“, der ab 2024 kommt. Er soll bis zu 800 Kilometer Reichweite haben.

Noch kein Abschwung im Tagesgeschäft.

Auch Daimler Truck hat viel vor. Der Batterie-Lkw für den Fernverkehr, der E-Actros Long Haul, soll ebenso übernächstes Jahr serienreif sein und mindestens 500 Kilometer weit kommen. Europa- und Lateinamerika-Chefin Karin Radström spürt – bislang – keinen Abschwung im Tagesgeschäft. „Allerdings kann das ziemlich schnell gehen.“ Vorstandschef Martin Daum meint zum Ladenetz: „Für einen zügigen Aufbau ist es essenziell, dass die gesamte Branche und die Politik an einem Strang ziehen.“

Bei Brennstoffzellen arbeiten die Schwaben mit Volvo zusammen. Die Schweden ihrerseits geben bei rein batterieelektrischen Exemplaren nach eigenen Angaben aktuell das Tempo vor. In der vorigen Woche verkündeten sie, noch dieses Jahr mit der Produktion des ersten E-Schwerlasters zu beginnen. Wo immer die konjunkturelle und technologische Reise hingeht: Bosch-Geschäftsführer Markus Heyn fordert auch für Nutzfahrzeuge Technologieoffenheit. „Je nach Anwendung wird es mehr als einen klimaneutralen Lkw-Antrieb geben.“

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