Produktion Mexikanisches Fahrzeugwerk von Mercedes und Nissan vor dem Aus?

Von Andreas Wehner

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Mercedes will mehr Luxusmodelle absetzen und weniger Kompaktfahrzeuge fertigen. Einem Bericht des „Handelsblatts“ zufolge steht deshalb die Produktion des GLB im mexikanischen Aguascalientes in Frage.

Der Mercedes GLB wird noch in Mexiko produziert.
Der Mercedes GLB wird noch in Mexiko produziert.
(Bild: Mercedes-Benz)

Das von Mercedes und Nissan gemeinsam betriebene Werk im mexikanischen Aguascalientes steht laut eines Presseberichts auf der Kippe. Die Zukunft des Werks bewerteten Konzernkreise „hochkritisch“, schreibt das „Handelsblatt“ auf seinem Onlineauftritt. Viele Manager in Stuttgart würden am liebsten keinen Cent mehr in Mexiko investieren, heißt es.

Ende der Kooperation mit Nissan?

Die Fabrik, in der das Kompakt-SUV GLB gebaut wird, ist eines von mehreren Kooperationsprojekten mit dem japanischen Autohersteller Nissan. Ein Aus für das als Joint Venture betriebene Werk könnte laut „Handelsblatt“ auch das Aus für die Zusammenarbeit bedeuten. Sie stammt noch aus der Zeit, als Mercedes Daimler hieß und der Chef Dieter Zetsche war. Doch immer mehr gemeinsame Projekte laufen aus.

Laut Daten der Marktforscher von LMC Automotive und Auto Forecast seien in der mexikanischen Fabrik 2021 lediglich 99.000 Autos gebaut worden, heißt es in dem Bericht. Bei der Grundsteinlegung des Prestigeprojekts im Jahr 2015 hatten die Partner noch große Pläne. Mehr als als 230.000 Fahrzeuge sollten jedes Jahr vom Band laufen.

Weniger kompakte Fahrzeuge

Doch der GLB ist vor allem in China beliebt, wo es eine eigene Produktion für das Modell gibt. Hinzu kommt: Zetsches Nachfolger Ola Källenius setzt auf Marge statt Masse und hat daher eine Luxusstrategie ausgerufen. Mercedes soll sich auf größere und teurere Fahrzeuge konzentrieren. Die kleineren Baureihen werden eingestampft.

Das heißt aber auch, dass die aufgrund der Chipkrise zuletzt auf 2,1 Millionen Einheiten geschrumpfte Produktion nicht mehr so stark wachsen wird, wie noch vor Jahren geplant – vor allem bei den kompakten Modellen. Laut „Handelsblatt“ dürften mittelfristig rund 570.000 Einheiten zu Buche schlagen. Mercedes habe aber für die Produktion von Kompaktwagen eine Kapazität von 700.000 Einheiten im Jahr und damit de facto ein Werk zu viel.

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