Fahrbericht Neuer Audi RS3 Sportback: Kommt quer
Vier Jahre ist es her, dass Audi die A3-Baureihe erstmals mit einem Spitzenmodell der quattro GmbH in Neckarsulm gekrönt hat. Der jetzt vorgestellte Nachfolger ist ein A3-Derivat, das – Kopf an Kopf mit dem Mercedes-Benz A45 AMG – wohl die Spitze des Segments repräsentiert.
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Als der RS3 Sportback im Frühjahr 2011 erstmals eingeführt wurde, befand sich die zweite Modellgeneration des A3 bereits im Herbst ihres Lebenszyklus. Ein RS-Modell war ursprünglich nie geplant. Letztlich wurde die Variante in ausgesprochen kurzer Zeit und in enger Abstimmung mit der Designabteilung auf die Räder gestellt – mit grandiosem Erfolg: Mit 5.300 gebauten Exemplaren übertraf der 340 PS starke Kompaktwagen alle Erwartungen. Doch es gab im Detail Verbesserungspotential. So war der RS3, RS-untypisch, lediglich mit links angeordneten Auspuffendrohren bestückt. Und dem Fahrverhalten fehlte der letzte Schliff: Seinem sportlichen Anspruch zum Trotz ließ sich der RS3 kaum in einen Drift zwingen.
An der Spitze des Segments
Beim jetzt vorgestellten Nachfolger hatte die Mannschaft um Technikchef Stephan Reil deutlich mehr Zeit. Herausgekommen ist ein A3-Derivat, das – Kopf an Kopf mit dem Mercedes-Benz A45 AMG – wohl die Spitze des Segments repräsentiert. Audi hat den RS3 Sportback gegenüber dem Vorgängermodell in etlichen Punken verbessert. Schon die technische Basis hebt ihn in eine andere Liga: Die MQB-Architektur ist erheblich leichter als die vormals verwendete Plattform PQ35. Damit sinkt das Leergewicht inklusive Fahrer um 55 auf 1.595 Kilogramm.
5-Zylinder-Klang
Damit hat die Maschine leichtes Spiel: Der RS3 ist mit einem kettengetriebenen 2,5-Liter-Reihen-Fünfzylinder bestückt, der von einem 3K-Turbolader zwangsbeatmet wird. Mit dieser bei Audi klassischen Zylinderzahl knüpft der RS3 an die Rallye-Fahrzeuge der 80er-Jahre an, denen er auch im Klangbild ähnelt. Der sonore Bass des Sportmotors wird bei Schaltvorgängen im Sport-Modus zusätzlich durch eine Zwischengasfunktion untermalt. Das maximale Drehmoment beträgt 465 Newtonmeter, die zwischen 1.625 und 5.550 U/min anliegen. Und die Spitzenleistung von 367 PS – 27 PS mehr als bislang – wird von 5.550 bis 6.800 U/min abgegeben, so dass die Plateaus von Maximaldrehmoment und -leistung nahtlos ineinander übergehen.
Fast ein exklusiver Sportwagen
Einzig verfügbares Getriebe ist der Siebengang-Doppelkupplungsautomat DQ500. Dank seiner hohen Motorleistung und Allrad-Traktion katapultiert sich der RS3 Sportback in ganzen 4,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h; die Vmax liegt bei 250 km/h, auf Wunsch wird die Abregelschwelle auf 280 km/h angehoben. Mit diesen Fahrwerten bewegt sich der Kompaktwagen auf den luftigen Höhen exklusiver Sportwagen. Umso bemerkenswerter ist der relativ niedrige Verbrauch von 8,1 Litern pro 100 Kilometer im EU-Zyklus – ein Liter weniger als beim Vorgänger.
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