Fahrbericht

Neuer Audi RS3 Sportback: Kommt quer

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Ungewöhnliche Mischbereifung

Die überragende Längsdynamik des RS3 korrespondiert mit einer deutlich verbesserten Querdynamik. Der Kompaktwagen lenkt direkt und präzise ein, die elektrische Servolenkung ist relativ leichtgängig ausgelegt. Serienmäßig sind vorn und hinten Reifen der Größe 235/35 R19 Y montiert; auf Wunsch gibt es vorne breitere Reifen der Dimension 255/30 R19 Y. Diese Kombination ist ungewöhnlich, denn bei einer Mischbereifung sind üblicherweise die hinteren Reifen breiter. Doch es gibt einen handfesten Vorzug: der RS3 wird mit den 255er-Reifen vorne nochmals kurvengieriger und agiler.

Bei Bedarf mit Heckantrieb

Unterstrichen wird diese Charakteristik durch den elektronisch geregelten Allradantrieb, der je nach Reibwert des Untergrundes blitzschnell bis zu 100 Prozent der Kraft an die Hinterachse leiten kann. Damit geht der RS3, wenn es der Fahrer wünscht, umstandslos in einen übersteuernden Zustand über und lässt sich mit einem sensiblen Gasfuß leicht im Drift halten. Voraussetzung dafür ist, dass sich die Stabilitätskontrolle im Sport-Modus befindet oder komplett deaktiviert wurde. Im Standard-Modus agiert das Spitzenmodell wie ein kreuzbraver A3.

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Bissige Bremsen

Die Hochleistungs-Bremsanlage packt bissig zu, doch auch hier lässt sich der RS3 nochmals nachschärfen: Erstmals im Segment gibt es gegen Aufpreis eine Kohlefaser-Keramik-Bremsanlage, die nochmals schneller anspricht und einem weitaus geringeren Verschleiß unterliegt. Trotz seiner sportlichen Qualitäten ist der RS3 langstreckentauglich; mit dem optionalen elektronischen Dämpfungssystem lässt sich der Charakter des Fahrwerks weiter in Richtung Komfort oder Handling optimieren. Die stilistischen Änderungen gegenüber dem A3 sind erheblich. Die Karosserie liegt um 2,5 Zentimeter tiefer, große Lufteinlässe und ein unteres Flügelprofil prägen die Frontpartie. Die vorderen Kotflügel sind weit ausgestellt. Gegen Aufpreis gibt es ein Optik-Paket mit schwarzglänzenden Elementen oder ein Aluminium-Paket, das den großen Kühlergrill in zwei Segmente aufteilt. Die Heckpartie wird von der zweiflutigen Auspuffanlage geziert.

Die Konkurrenz legt nach

Es ist nicht zu erwarten, dass Mercedes-AMG die Provokation aus Neckarsulm auf sich sitzen lässt: Der A45 dürfte nach der kommenden Modellpflege in Sachen Leistung noch einmal nachlegen. Und auch aus Wolfsburg droht Konkurrenz: Dort will man den Golf R in einer Kleinserie auf bis zu 400 PS bringen. Beim RS3 Sportback sind die Grenzen des Möglichen allerdings ebenfalls noch nicht erreicht. Der Kampf der schnellen Kompakten bleibt spannend; einstweilen hat sich Audi ganz nach vorne geschoben.

Daten Audi RS3 Sportback

  • Länge x Breite x Höhe (m): 4,34 x 1,80 x 1,41
  • Radstand (m): 2,63
  • Motor: R5-Benziner, 2.480 ccm, Turbo, Direkteinspritzung
  • Leistung: 270 kW / 367 PS bei 5.550-6.800 U/min
  • Max. Drehmoment: 465 Nm bei 1.625-5.550 U/min
  • Höchstgeschwindigkeit: 250 bzw. 280 km/h (jeweils abgeregel)
  • Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 4,3 Sek.
  • ECE-Durchschnittsverbrauch: 8,1 Liter
  • CO2-Emissionen: 189 g/km (Euro 6)
  • Leergewicht / Zuladung: 1.595 kg / 425 kg
  • Kofferraumvolumen: 280 - 1.120 Liter
  • Räder / Reifen: 8,0 J x 19 / 235/35 R 19
  • Luftwiderstandsbeiwert: 0,34
  • Preis: ca. 51.000 Euro

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