Neue Modelle Neuer BMW 7er: Angriff auf Stuttgart

Autor / Redakteur: Jens Meiners / Thomas Günnel

Fast vierzig Jahre ist es her, dass BMW mit dem 7er die etablierte Konkurrenz aus Stuttgart nachhaltig aufschreckte. Jetzt kommt die sechste Generation des 7er auf den Markt - und profiliert sich mit geschärftem Design und einer Technik-Orgie, die ihn an die Spitze des Segments katapultieren soll.

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BMW stellt die sechste Generation seines Flaggschiffs vor. Der neue 7er soll sich mit geschärftem Design und einer Technik-Orgie an die Spitze des Segments katapultieren.
BMW stellt die sechste Generation seines Flaggschiffs vor. Der neue 7er soll sich mit geschärftem Design und einer Technik-Orgie an die Spitze des Segments katapultieren.
(Foto: BMW)

Die zweite Generation des bajuwarischen Spitzenmodells war so überzeugend geraten, dass der W126 von Mercedes-Benz - selbst ein Meilenstein der Autogeschichte - plötzlich überholt und altbacken wirkte. Als BMW zwei Jahre später noch einen Zwölfzylinder nachreichte, war die Hierarchie endgültig auf den Kopf gestellt. Seitdem hat sich in der Oberklasse viel bewegt. Anfang der 90er-Jahre traten Lexus und Infiniti auf den Plan, dann wagte Audi den Schritt ins oberste Segment – und inzwischen profiliert sich auch Jaguar als Innovationsführer.

Zuletzt machte der 7er Schlagzeilen, als die Baureihe E65 die Formensprache von Chris Bangle einläutete und mit dem damals noch sehr komplizierten iDrive-System eine neue Bedienphilosophie einführte. Seitdem war es, trotz großer Qualitäten, etwas still geworden um den großen BMW – bis jetzt.

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Sportlich wirkende Oberklasse

Auf den ersten Blick wirkt die Formgebung des neuen 7er evolutionär statt revolutionär – doch das behutsam weiterentwickelte Design steht dem großen BMW ausgesprochen gut. Vor allem in der 524 Zentimeter langen L-Variante wirkt der 7er flach und gestreckt, und vor allem sportlicher als das etwas statisch wirkende Vorgängermodell. Das Ziermotiv im Hockeyschläger-Look an der Flanke setzt einen weitaus dynamischeren Akzent als die geschwungene Verlängerung des Radausschnitts, die das Vorgängermodell zierte. Die flachen, horizontalen Rückleuchten lassen das Heck schlanker wirken als bisher.

Dass der 7er trotz leistungsstarker Motoren und umfangreicher Ausstattung um bis zu 130 Kilogramm leichter als der Vorgänger ist, verdankt er einem umfassenden Leichtbaukonzept, bei dem die Ingenieure auf Erfahrungen mit den Elektro- und Hybridfahrzeugen der Sub-Marke i zurückgreifen konnten. Die Fahrgastzelle ist teilweise aus Kohlefaser-Verbundstoff gefertigt, der in verschiedenen Ausprägungen verbaut wird. Der cW-Wert liegt bei der Einstiegsvariante bei 0,24.

Vier oder zwölf Zylinder?

Die Luftfederung ist Serie; gegen Aufpreis gibt es eine automatische Wankstabilisierung sowie eine Aktivlenkung. Je nach Ausführung kommt der neue 7er mit Hinterrad- oder Allradantrieb. LED-Scheinwerfer sind Standard, gegen Aufpreis gibt es ein Laser-Fernlicht. Einstiegs-Benziner zum Marktstart ist der 740i mit 3,0-Liter-Reihen-Sechszylinder-Ottomotor, der 326 PS leistet und in 5,5 Sekunden auf 100 km/h kommt; sein Verbrauch liegt bei 6,6 l/100 km.

Daneben gibt es den 730d, der aus ebenfalls drei Litern Hubraum 265 PS holt und 6,1 Sekunden für den Standardspurt benötigt. Der Verbrauch liegt hier bei 4,6 l/100 km. Nach oben wird das Programm vorerst durch den 750i abgerundet; er ist mit einem 450 PS starken 4,4-Liter V8-Biturbo ausgerüstet, benötigt 4,4 Sekunden auf 100 km/h und konsumiert im Zyklus 8,1 l/100 km.

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Gestensteuerung für Infotainment

Damit ist natürlich längst nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Ein Spitzenmodell mit V12-Motor gilt als ausgemacht, während am anderen Ende der Skala ein hybridisierter 2,0-Liter-Vierzylinder einen Verbrauch von lediglich 2,1 Litern pro 100 Kilometer im – allerdings fragwürdigen – Zyklus für Plug-In-Hybride erreicht. Dieses 740e genannte Modell leistet maximal 326 PS und ist mit einer Höchstgeschwindigkeit von laut BMW „über 240 km/h“ der langsamste 7er.

Das auf den ersten Blick konservativ wirkende Interieur birgt zahlreiche Innovationen. Zum ersten Mal setzt BMW eine Gestensteuerung ein, mit der das Infotainment-System bedient werden kann. Die teuerste Stereoanlage kommt nunmehr von Bowers&Wilkins, und das optionale Panoramadach streift sogar die Grenze zum Kitsch: Hier wird ein Sternenhimmel simuliert, der in sechs verschiedenen Farben illuminiert werden kann.

Über den wahren Charakter des 7er kann dieses Element nicht hinwegtäuschen: Es dürfte sich um das derzeit sportlichste Modell in der Oberklasse handeln. Die Charaktere, soviel steht fest, differenzieren sich wieder stärker aus.

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