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IAA 2013 Opel bringt Dreizylinder-Turbo-Ottomotor

| Redakteur: Thomas Günnel

Opel präsentiert auf der IAA in Frankfurt einen neuen Dreizylinder-Ottomotor. Der Motor soll Maßstäbe setzen hinsichtlich der Laufkultur von Dreizylindermotoren. Das Triebwerk debütiert zusammen mit einem ebenfalls neu entwickelten, manuellen Sechsgang-Getriebe im Opel Adam.

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Opel präsentiert auf der IAA 2013 in Frankfurt einen neuen Dreizylinder-Turbo-Ottomotor. Das Triebwerk soll ab dem kommenden Jahr im Opel Adam debütieren.
Opel präsentiert auf der IAA 2013 in Frankfurt einen neuen Dreizylinder-Turbo-Ottomotor. Das Triebwerk soll ab dem kommenden Jahr im Opel Adam debütieren.
(Foto: Opel)

Der neue Motor soll 20 Prozent sparsamer sein als der aktuelle 1,6-Liter-Saugbenziner von Opel mit gleicher Leistung. Der 1.0 SIDI (Spark Ignition Direct Injection), mit zwölf Ventilen leistet 85 kW/115 PS und ist das erste Mitglied einer neuen, modular aufgebauten Motorenfamilie von Drei- und Vierzylinder-Benzinern im Hubraumspektrum bis 1,6 Liter. Sie alle verfügen unter anderem über Benzin-Direkteinspritzung, variable Ventilsteuerung und einen Leichtbau-Motorblock aus Aluminium. Der Abgaskrümmer ist unmittelbar mit dem wassergekühlten Turbolader verschraubt. Diese Konfiguration fördert das spontane Ansprechverhalten des Laders bereits bei niedrigen Drehzahlen. Das maximale Drehmoment von 166 Newtonmeter liegt zwischen1.800 und 4.700 Umdrehungen pro Minute an. Damit hat der neue Dreizylinder bei gleicher Drehzahl 30 Prozent mehr Durchzugskraft als der 1,6-Liter-Motor.

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„Wir wollten zeigen, dass ein Dreizylinder mindestens ebenso viel Laufkultur an den Tag legen kann wie Triebwerke mit vier und mehr Zylindern“, sagt Dr. Matthias Alt, leitender Ingenieur für kleine Benzinmotoren bei Opel. „Wir haben hier einen äußerst lebhaften und gleichzeitig laufruhigen Dreizylinder entwickelt.“

Viele Details für Laufruhe

Verantwortlich für die Laufruhe ist laut Opel zum Beispiel die in die Ölwanne integrierte Ausgleichswelle. Angetrieben von einer Kette mit umgekehrten Zähnen für besonders sanften Betrieb, dreht sich die Welle exakt gegenläufig zur Kurbelwelle. Mittels Massenausgleichs lassen sich die für einen Dreizylinder typischen Eigenvibrationen laut Hersteller fast vollständig ausblenden. Als weitere Maßnahmen zur Geräuschreduzierung dienen akustisch optimierte Abdeckungen vorne und oben am Motor, die speziell ausgeführten Ansaugkrümmer und Nockenwellengehäuse, die isolierte Kurbelwelle mit Metall-Hauptlagerschalen, die Nockenwellen-Steuerkette mit umgekehrten Zähnen, ein leise laufender Lader und eine abgeflachte Ölwanne aus Stahl. Außerdem optimierte Opel die Kraftstoffpumpe und -leitungen akustisch.

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Abschaltbare Wasserpumpe

In internen Tests zeigte sich, dass der neue Motor laufruhiger ist als andere Dreizylinder und leiser als viele Vierzylinder-Motoren. Das Geräuschniveau der Neukonstruktion war demnach bei Volllast über das gesamte Drehzahlband hinweg niedriger als bei gleichstarken Turbobenzinern mit 1,6 Liter Hubraum. Die innermotorischen Maßnahmen waren laut Opel so effizient, dass sich zusätzlicher Aufwand für den Innenraum-Schallschutz deutlich reduzieren ließ und komplexe Motoraufhängungs- oder Hilfsrahmenlösungen nicht nötig sind. Zur Verbrauchssenkung verbaute Opel Einspritzdüsen mit je sechs Öffnungen zentral über den Kolben, eine zweifache Nockenwellenverstellung, eine zweistufige Ölpumpe sowie eine abschaltbare Wasserpumpe – die für eine schnellere Warmlaufphase bei kaltem Motor nicht aktiv ist.

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