Im Interview: Fritz Indra

„Optimale Abstimmung von Motor und Getriebe“

| Autor / Redakteur: Jürgen Goroncy / Thomas Günnel

Fritz Indra, Motoren- und Kraftfahrzeugentwickler: „Die Euphorie um den Elektroantrieb schrumpft zu einem gesunden Realsimus.“
Fritz Indra, Motoren- und Kraftfahrzeugentwickler: „Die Euphorie um den Elektroantrieb schrumpft zu einem gesunden Realsimus.“ (Doris Kucera)

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Der Verbrennungsmotor wird noch viele Jahre unsere Automobile antreiben. Exklusiv in der »Automobil Industrie« erklärt der erfahrene Motoren- und Kraftfahrzeugentwickler Prof. Dr. Friedrich Indra, wie der Verbrenner nach seiner Ansicht fit für die Zukunft gemacht werden sollte.

Welches Fazit ziehen Sie vom diesjährigen Wiener Motorenkolloquium?

Ein durchaus positives, da viele Vorträge den Verbrennungsmotor und zahlreiche neue serienreife Techniken für ihn behandelten. Die Elektromobilität wirkt inzwischen sehr segensreich auf das Innovationstempo bei den Verbrennungsmotoren. Die Euphorie um den Elektroantrieb schrumpft zu einem gesunden Realismus. Dazu tragen leider Gottes auch Ereignisse wie die explodierte Traktionsbatterie bei dem Elektroauto in China bei. Sie beweisen, dass der Elektroantrieb noch zahlreiche Herausforderungen meistern muss.

Welche Bestandteile hat denn für Sie der optimale Antrieb der Zukunft?

Kurz und mittelfristig wird das weiterhin ein Verbrennungsmotor sein, ausgestattet mit direkter Einspritzung des Kraftstoffs, Start-Stopp-System und Zylinderabschaltung. Dazu wird er perfekt mit dem Getriebe abgestimmt sein, um beispielsweise durch abgesenkte Drehzahlen den Kraftstoffverbrauch zu mindern.

Der riemengetriebene Startergenerator mit etwa zehn Kilowatt Leistung wird nicht nur die Start-Stopp-Funktion ganz leise realisieren, sondern auch als kleiner Booster den Verbrennungsmotor zu einem Mildhybrid-Antrieb erweitern. Kurzes Boosten kompensiert Nachteile des Downsizings – etwa die Anfahrschwäche von kleineren aufgeladenen Motoren – und der Riementrieb ist dafür ein kostengünstiges Konzept.

Wird das mit 48 Volt Betriebsspannung geschehen?

Das würde selbstverständlich auch mit 48 Volt Spannung gehen. Für einige Sekunden Anfahrunterstützung reicht aber das bestehende 12-Volt-Bordnetz völlig aus. Aus diesem Grund sehe ich keinen Anlass, hier eine teure zweite Spannungsebene ins Fahrzeug zu bringen oder eine große, teure Batterie.

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