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Carsharing Peugeot vermietet Mercedes und BMW

| Autor / Redakteur: Peter Maahn/SP-X / Sven Prawitz

Der PSA-Konzern hat mit „Free2Move“ eine weitere Marke am Start. Der Carsharing-Dienst hat zwar auch mit Autos zu tun, in den meisten Fällen aber nichts mit den Modellen des französischen Konzerns.

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Die App „Free2Move“ verbindet verschiedene Carsharing-Angebote, unter anderem auch Multicity von Citroën.
Die App „Free2Move“ verbindet verschiedene Carsharing-Angebote, unter anderem auch Multicity von Citroën.
(Bild: Free2move )

Das kleine Berliner Start-up GHM Mobile Development (GHM) bündelt die Angebote der meisten Carsharing-Anbieter wie Car-2-go oder Drive Now in einer einzigen App. PSA hat das Unternehmen übernommen und will auf dem schnell wachsenden Markt dieser Art von Mobilität eine führende Rolle spielen.

Die App hat einiges zu bieten: Auch Fahrräder, Roller aber auch kleine Nutzfahrzeuge lassen sich kurzfristig und bequem mieten. Die Idee dazu entstand vor knapp vier Jahren, als Michel Stumpe die vielen Carsharing-Angebote, die es mittlerweile in jeder größeren Stadt gibt, in einer App bündelte. Der Kunde sollte sich nicht mehr durch unterschiedliche Apps klicken müssen, sondern auf einer Plattform sofort sehen, wo in seiner Nähe ein Fahrzeug auf ihn wartet. „Carjump“ nannte er seine App und ging online.

PSA-Gruppe hält 82 Prozent

Heute ist der studierte Betriebswirt ein gemachter Mann, der GHM-Chef berichtet über seine Geschäftsergebnisse direkt nach Paris. Denn vor gut acht Monaten hat der PSA-Konzern für einen nicht genannten Preis 82 Prozent des Berliner Start-ups übernommen. GMH wurde mittlerweile in „Free2Move“ umbenannt. Zurzeit ist das Start-up in sieben europäischen Ländern, 21 Städten, in sechs Sprachen erhältlich und bietet seinen Kunden je nach Standort 26 Anbieter. „Im Schnitt kommt pro Monat ein neues Land hinzu“, sagt Stumpe. Die Zahl der registrierten Nutzer hat die 400.000 fast erreicht, insgesamt stehen nahezu 80.000 Fahrzeuge zur Verfügung.

Atemberaubendes Wachstum

Derzeit werden in Europa weniger als ein Prozent aller Touren mit kurzzeitig gemieteten Fahrzeugen durchgeführt: In Deutschland nutzen die meisten lieber das eigene Auto. Was bitte hat einen Konzern wie PSA an einem noch kleinen Unternehmen interessiert, das 70 Mitarbeiter beschäftigt? Stumpe: „Das Wachstum ist atemberaubend, die Kunden sind in der Regel jünger als es die klassischen Autokäufer sind“. Vor allem aber senkt eine markenübergreifende Plattform die Hemmschwelle der Kunden, sich bei einem Anbieter zu registrieren und dadurch vielleicht bessere oder örtlich nähere Angebote zu verpassen.

Die Anmeldung auf der Free2Move-App ist denkbar einfach. Bei der Registrierung scannt der künftige Mieter seinen Personalausweis, den Führerschein und gibt seine Bankdaten an. „Die werden bei uns sicher verwahrt“, wehrt Stumpe Datenschutz-Bedenken ab. Auf dem Bildschirm des Smartphones oder Tablets erscheinen dann die verfügbaren Fahrzeuge in der Nähe mit Angaben zum Vermieter, zum Preis und natürlich auch zur Art des Autos. Die Größen der Branche wie das Daimler-eigene Car-2-go, Drive Now von BMW oder auch Multicity von Citroën sind ebenso vertreten wie lokale Anbieter. So mietet der Kunde einen BMW oder Mercedes-Benz auf einer Plattform, die dem PSA-Konzern gehört. Oder einen VW-Transporter bei einem örtlichen Vermieter. Dazu übernimmt Free2Move den Anmeldeprozess beim ausgewählten Anbieter. „Das geht bei manchen recht schnell, bei anderen dauert es etwas länger“, räumt Stumpe ein.

USA als Ziel

„Wir bieten eine Art City-Triathlon“, sagt der App-Chef. „Roller oder Fahrräder können ebenso genutzt werden – je nach Laune oder Grund der Anmietung“. Wer keine Lust hat, selbst zu fahren oder gerade keinen Führerschein hat, findet dank der Zusammenarbeit mit Uber ein Auto samt Chauffeur. Weitere Geschäftsfelder von Free2Move, wie ein Flottenleasing, sind bereits auf dem Markt oder in Vorbereitung. Der nächste große Schritt ist aber die Eroberung der USA. Hier will PSA seine neue Marke noch in diesem Jahr ins Rennen schicken.

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