Suchen

GM/Fiat Plattform 199

| Redakteur: Jens Meiners

Welche unterschiedliche Ergebnisse man mit derselben Plattform erzielen kann, zeigen kaum zwei Autos deutlicher als Fiat Grande Punto und Opel Corsa.

Firmen zum Thema

Hier der architektonisch geprägte Italiener mit klassischem Kühlergrill, eleganter Haube und einem reduzierten Heck, dort der Lieblingswagen der „C‘mons“ mit Boxernase, comicartigen Details an Scheinwerfern und Lufteinlässen sowie aufgeblähten Konturen am Heck. Der Corsa führt den Erfolg der Vorgängerbaureihen erwartungsgemäß fort. Der Punto hat sogar noch mehr geschafft: Er hat die Renaissance der Marke Fiat eingeleitet. Ein Verdienst vor allem des Designs, aber auch der modernen Technik. Insbesondere mit den kürzlich nachgereichten T-Jet-Motoren kommt der Italiener ausgesprochen zügig vom Fleck.

Sportwagenschmiede von Carlo Abarth wird neue Ehre zuteil

Neben Fiat wird gleich noch die nächste Marke wiederbelebt: Die Sportwagenschmiede von Carlo Abarth kommt mit Hochleistungsversionen des Grande Punto (und des Cinquecento) zu neuen Ehren. Nobeltochter Lancia greift ebenfalls auf die Historie zurück: Die Studie Fulvia, einer der größten Hingucker auf der IAA 2003, geht in Serie, vermutlich auch als Cabriolet. Auch die Nachfolgemodelle von Lancia Ypsilon und Musa bauen auf der 199-Plattform auf.

Fast baugleich mit dem Musa wird der nächste Fiat Idea sein. Außerdem kommt schon 2008 ein kleiner Alfa Romeo, der im Segment der Mini und Audi A1 mitmischen wird. Unter der Bezeichnung „139“ oder „Junior“ geistern schon heute mehr oder weniger seriennahe Zeichnungen und Computeranimationen durch die Publikumspresse. Die schnellste Variation der 199-Plattform kommt heute von Opel. Der Corsa OPC erreicht mit 192 PS bis zu 225 km/h – dicht gefolgt vom Grande Punto Abarth. Eine überholte Form von Plattformstrategie fahren Fiat und PSA mit den kleinen Transportern, die im türkischen Bursa vom Band laufen. Das Trio Fiat Fiorino, Peugeot Bipper und Citroën Nemo unterscheidet sich lediglich durch Markenzeichen voneinander.

Plattform wird nach oben hin erweitert

Mit der Limousine Linea wird die Plattform nach oben erweitert, weit in das Territorium hinein, das einst vom Marea besetzt war und das die Großraumlimousine Croma – im Gegensatz zu ihrem Namensgeber aus den 80ern – bewußt nicht bedient. Sowohl GM als auch Fiat bieten im Kleinwagensegment noch deutlich ältere Plattformen an. GM fertigt auf der Plattform des Corsa B mehrere Modelle: in China die Chevrolet Sail und SRV, in Brasilien die Chevrolet Celta und Classic.

Fiat baut in Brasilien nach wie vor den Uno, der sich anhaltender Nachfrage erfreut und in Südafrika aufgrund beharrlicher Nachfrage sogar erneut eingeführt wurde, nachdem Fiat ihn bereits aus dem Programm genommen hatte. Auf dem Uno basiert das Weltauto Palio, das seit 1996 in vielen Variationen auf den Markt gekommen ist. Amortisiert haben sich diese Plattformen schon lange; für das Markenimage sind neue Modelle wie die 199-Typen besser.

Produktionsstandorte

Eisenach/Deutschland

Mirafiori/Italien

Melfi/Italien

Saragossa/Spanien

Bursa/Türkei

Nanjing/China

Ranjagaon/Indien

Betim/Brasilien

Struandale/Südafrika

Chelnye/Russland (Montage)

Zaporozhye/Ukraine (Montage)

Stückzahlen für 2007 (geschätzt)

900 356

(ID:249648)