FahrberichtPeugeot 408: Feinschliff für den Fastback-Franzosen
Von
Frank Wald/aum
6 min Lesedauer
Peugeot verfeinert den 408 spürbar, mit mehr Komfort und moderner Technik, aber teilweise neuen Schwächen bei Infotainment und Ladeleistung.
Plug-in-Hybrid als ausgewogene Lösung
(Bild: Peugeot via Autoren-Union Mobilität)
Peugeot hat seinem 408 ein Facelift verpasst. Und tatsächlich ist mit dem Begriff schon so gut wie alles gesagt. Denn bis auf die üblichen Retuschen an Front und Heck hat sich die 4,69 Meter lange Fastback-Limousine so gut wie nicht verändert. Warum auch, macht sie doch immer noch eine gute Figur, wenn auch nicht unbedingt mit dem „Wow-Effekt“, den Peugeots Marketing-Lyriker ihm anheften. Doch ein Solitär im SUV-geprägten Kompakt-Segment bleibt der schnittige Franzose mit seiner sportlich-eleganten Form und leicht erhöhten Bodenfreiheit allemal.
Vor allem an der Front zeigt sich, was Peugeot unter Modellpflege versteht. Die früheren langen LED-Streifen, die dem Wagen eine Art Vampirgebiss verliehen, sind verschwunden.
Neues Design mit markanter Lichtsignatur
Stattdessen sitzt nun eine Drei-Krallen-Lichtsignatur im neu gezeichneten Grill, während die Hauptscheinwerfer tiefer im Stoßfänger platziert wurden und im ausgeschalteten Zustand fast verschwinden. Am Heck wiederholt sich das Lichtthema in bekannter Krallenoptik. Als erstes Modell der Marke trägt der 408 außerdem nicht nur vorne ein beleuchtetes Markenzeichen, sondern auch hinten einen illuminierten Peugeot-Schriftzug. Neu ist auch die Metallic-Lackierung „Flare Green“, die je nach Lichteinfall zwischen Grün und Gelb changiert und nichts extra kostet.
An der Seitenlinie und am Blech selbst hat sich dagegen fast nichts getan, was auch erklärt, warum der Eingriff nach außen kleiner wirkt als er in Presseunterlagen klingt. Peugeot spart sich teure Änderungen an der Karosserie und setzt stattdessen auf kosmetische Korrekturen. Verständlich, denn die Silhouette mit flacher Dachlinie, hochgezogener Gürtellinie und leicht erhöhter Bodenfreiheit wirkt auch vier Jahre nach Marktstart noch ausreichend eigenwillig, um im C-Segment nicht zwischen Tiguan und Konsorten unterzugehen. Gerade darin liegt weiter die eigentliche Stärke dieses Autos. Der 408 ist weder klassische Limousine noch echter Kombi, kein SUV und auch kein Coupé im strengen Sinn. Er ist ein Fastback mit Crossover-Anleihen für alle, die zwar höher sitzen wollen als in einer flachen Limousine, aber nicht gleich einen rollenden Hochsitz bestellen möchten.
Mehr Komfort und gemischte Technikbilanz
Im Innenraum verfährt Peugeot nach dem gleichen Prinzip wie außen: nicht neu erfinden, sondern aufpolieren. Das bekannte i-Cockpit bleibt, also das kleine tief montierte Lenkrad und die darüber angeordneten Anzeigen. Neue Materialien, geänderte Oberflächen und je nach Ausstattung Alcantara oder geprägte Aluminiumdetails sollen den Innenraum hochwertiger wirken lassen, während im Topmodell ein 3D-Kombiinstrument serienmäßig an Bord ist. Das sieht zwar ordentlich aus und fühlt sich im besten Fall nach Premiumversprechen an. Gleichzeitig bleibt das i-Cockpit ein Thema, an dem sich Fahrer weiterhin scheiden dürften. Wer mit Sitzposition und Lenkradeinstellung harmoniert, bekommt eine eigenständige Perspektive aufs Geschehen, wer Pech hat, schaut eher gegen den Lenkradkranz als auf die Instrumente. Auch das gehört inzwischen fast zum Markenkern.
Der zentrale Touchscreen und die bekannten i-Toggles, also frei belegbare Direktwahltasten, bleiben ebenfalls Teil des Konzepts. Das ist grundsätzlich cleverer als rein menüverschachtelte Touchflächen, weil wichtige Funktionen schneller erreichbar sind. Allerdings ist das Infotainment des 408 weiterhin eher von der Sorte „französisch gelassen“, sprich: es dürfte auf Eingaben stellenweise etwas entschlossener reagieren. Vor allem das TomTom-Navigationssystem kann einen mit seiner hinkenden und teils ungenauen Darstellung den letzten Nerv rauben.
Weniger spektakulär als die äußeren Retuschen sind die Veränderungen unterm Blech. Peugeot bietet den 408 weiterhin mit drei elektrifizierten Antrieben an: als Hybrid, als Plug-in-Hybrid und als rein elektrische Version. Beim elektrischen E-408 bleibt die Hardware im Wesentlichen erhalten, profitiert laut Peugeot aber von besserer Aerodynamik. Die Batterie speichert 58,2 kWh netto, die WLTP-Reichweite liegt bei bis zu 456 Kilometern, der Normverbrauch bei 14,7 kWh pro 100 Kilometer. Auf unserer ersten Testrunde über Land und Autobahn zeigte der Bordcomputer um die 16,8 kWh an – für ein fast 4,70 Meter langes Auto immer noch ein durchaus ordentlicher Wert.
Es gibt noch Luft nach oben beim Laden
Leistungsmäßig reicht das Elektro-Paket mit 157 kW (213 PS), 345 Newtonmeter Drehmoment und 7,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h allemal. Und 160 km/h Spitze ergeben zwar keine Sportlimousine, aber einen gelassen zügigen Reisewagen. Gerade der leise Antrieb passt gut zum Grundcharakter des 408, der weniger als Kurvenfresser auftritt denn als komfortables Langstreckenauto. Wäre da nur nicht das Manko mit der Ladeperformance.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Denn mit maximal 120 kW DC lädt der E-408 an der Schnellladesäule zwar nicht katastrophal langsam, aber eben sichtbar unter dem Niveau mancher Wettbewerber. Peugeot gibt 30 Minuten für den Sprung von 20 auf 80 Prozent an. Dazu ergänzt das Facelift zwar um sinnvolle Elektro-Funktionen wie Batterievorwärmung und Vehicle-to-Load mit bis zu 3,5 kW, doch auch beim AC-Wechselstromladen bleibt mit 11 kW Luft nach oben. Wer regelmäßig lange Strecken abspult, wird bei der Konkurrenz schnell auf eindrucksvollere Zahlen stoßen. Immerhin soll ab Sommer 2026 auch eine Plug & Charge-Funktion verfügbar sein.
Deutlich besser zum Charakter des 408 als kultivierter Reisewagen passt deshalb der Plug-in-Hybrid. Dessen Systemleistung steigt mit dem Facelift auf 240 PS beziehungsweise 176 kW und die elektrische Reichweite wird mit bis zu 85 Kilometern angegeben. Die technische Basis dafür bleibt vertraut: 1,6-Liter-Benziner mit 180 PS, 92-kW-Elektromotor, Siebengang-Doppelkupplung, Frontantrieb und ein Antriebslayout, das vor allem für Pendler und Firmenwagenfahrer nach einer sehr gezielten Antwort klingt. Auf unseren ersten Ausfahrten machte diese Version denn auch das rundeste Bild. Das Zusammenspiel von Turbo-Benziner und E-Maschine wirkt geschmeidig, die Geräuschdämmung überzeugt, und selbst auf 20-Zoll-Rädern vermittelt der Federungskomfort eine wohltuende Ruhe. Die Lenkung arbeitet präzise, ohne nervös zu wirken und der Wagen liegt auch bei höherem Tempo satt auf der Straße. Der WLTP-Verbrauch wird mit mindestens 12,9 kWh und 6,0 Liter bei entladener Batterie angegeben.
Sparsam beim Preis
Und das könnte – zumindest auf der Langstrecke – sehr häufig der Fall sein. Denn auch hier schwächelt Peugeot bei der Ladeperformance. Während Tiguan & Co ihre Plug-in-Hybride inzwischen mit bis zu 50 kW schnellladen lassen, womit unterwegs schon eine kleine Kaffeepause reicht, um die Energiespeicher aufzufüllen, lädt der 408 seinen 17,2 kWh-Akku nur einphasig mit 3,7 kWh, gegen Aufpreis (500 Euro) auch mit 7,4 kWh auf. Das bedeutet für knapp 80 Kilometer elektrische Reichweite, siebeneinhalb Stunden an einer 8A-Haushalts-Steckdose oder rund zwei Stunden an der 11-kW-Wallbox sowie öffentlichen Ladesäule. Da reicht nicht mal ein ausgiebiges Mittagessen.
Ganz ohne Stecker kommt das Mildhybrid-Basismodell mit 1,2-Liter Dreizylinder-Beniner und 145 PS (107 kW) Systemleistung aus. Bei Bedarf spurtet der 408 damit in 9,4 Sekunden auf 100 km/h, wobei die Kraftanstrengung mit deutlich hörbarem Dreizylinder-Knurren quittiert wird. Rational betrachtet mag das angesichts des günstigeren Einstiegspreises und Verbrauchs (5,1 Liter) die vernünftige Wahl. Emotional bleibt ein Dreizylinder in einem derart großen und auffällig gezeichneten Auto allerdings ein kleiner Stilbruch.
Bleibt die Preisfrage, und selbst die lässt Peugeot, zumindest bei den Basispreisen, so gut wie unverändert: 40.970 Euro für den Hybrid, 46.300 Euro für den E-408, 47.600 Euro für den Plug-in-Hybrid. Damit bleibt die elektrische Version sogar knapp unterhalb des Plug-in-Hybriden positioniert, was im Vergleich nicht selbstverständlich ist. Erfreulich, dass Peugeot die Modellpflege nicht wie sonst üblich in der Branche für eine diskrete Preiserhöhung genutzt hat. (aum)