Deutscher Logistik-Kongress

Potential in den Schnittstellen

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Standardisierung im Fokus

Im Fokus steht bei Webasto die Standardisierung der Werke und Prozesse. „Im Bereich Logistik sind wir schon sehr weit vorgedrungen“, bilanzierte Ruh. Lieferantenentscheidungen würden allein auf Basis der Total Landed Costs (TLC) vorgenommen. Mit diesem Instrument könne das Unternehmen jetzt gemeinsam mit seinen Zulieferern die logistische Wertschöpfungskette gestalten. Es gehe nicht darum, die „Verantwortung nur nach draußen zu unseren Lieferanten zu schieben“, betonte Ruh. Bisher werde „in den unternehmensübergreifenden Schnittstellen noch viel Potential liegen gelassen“. Die künftige Herausforderung sieht der Webasto-Manager darin, die vorhandenen Informationen im Netzwerk auch tatsächlich zu nutzen. Ruh regte an, darin auch Konzepte im Social-Media-Bereich stärker in den Blick zu nehmen. Dabei gehe es nicht darum, „Unternehmensdaten bei Facebook preiszugeben“, sondern Informationen in einem virtuellen Netzwerk einem definierten Nutzerkreis zur Verfügung zu stellen“.

Komplexität beherrschen

Aus Sicht eines Automobilherstellers ist die „Trennung von Beschaffungs- und Produktionslogistik inzwischen ein bisschen schwierig“, wie Dr. Robert Ivisic, Abteilungsleiter Logistikplanung 1, Daimler AG, Sindelfingen, auf dem Logistik-Kongress feststellte. Für die Logistik sieht er kommende Herausforderungen zum einen in den sich wandelnden Kundenanforderungen auf immer globaleren Absatzmärkten mit einer damit einhergehenden stark zunehmenden Variantenvielfalt, zum anderen in der Verlagerung der Wertschöpfung. Erfahrungsgemäß steigen die Bereitstellkosten mit zunehmender Komplexität und Varianz. Für die JIS-Versorgung neuer Produktionsstandorte etwa in China, besteht laut Ivisic das Kernproblem darin, inwieweit es gelingt, Lieferanten möglichst nah oder zumindest verkehrsgünstig anzusiedeln.

Prozesse nach Line-Back

Daimler hat sich bei der Gestaltung der Prozesse dafür entschieden, nach dem „Line-Back“-Prinzip bei der Montage anzusetzen. Schließlich stünden, so Ivisic, rund 400 Mitarbeitern im Fertigungsbereich nur drei Routenfahrer in der Logistik gegenüber. Konkrete Aufgaben liegen für den Stuttgarter Autobauer in der optimalen Verknüpfung von JIS-Regelkreisen in der Montage mit akzeptablen Transportkosten für die sortenreine Anlieferung von Teilen auch über große Distanzen. Den bisherigen Einspareffekt bezifferte Ivisic in Berlin auf etwa sieben Euro pro Fahrzeug. Dies müsse aber im Gesamtsystem von Montage, JIS-Versorgung und Routenoptimierung erbracht werden, der alleinige Beitrag der Logistik sei „nicht wirtschaftlich“.

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