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Akustische 3D-Abbildung

Allerdings waren bisher alle Lautsprecherarchitekturen auf eine geometrische Höhe im Bereich der Fenstergürtellinie des Fahrzeuges beschränkt. Dies ermöglicht zwar eine in der Horizontalen gute räumliche Darstellung, jedoch ist das Dach des Fahrzeugs weiterhin die unbewusst wahrgenommene akustische Grenze. Unterstützt vom derzeitigen 3D-Trend, der vor einigen Jahren im Kino begann und sich nun bis hin zu mobilen Endgeräten etabliert hat, kam sehr schnell der Wunsch nach einer akustischen 3D-Abbildung mittels der Erweiterung des Lautsprecher-Setups auf. In der Optik liegt die dritte Dimension in der zusätzlichen Tiefeninformation. In der Akustik liegt die Erweiterung der Dimension in der zusätzlichen Elevation von Schallereignissen. Dafür sind zusätzliche Lautsprecher für die Höheninformation notwendig. Dies erhöht die Komplexität der Systemarchitektur erheblich. Im Fahrzeughimmel, oder zumindest im oberen Bereich der Säulen, ist oft wenig Platz vorhanden, beziehungsweise halten die Hersteller diesen Platz häufig für Sonderausstattungen wie Panoramaschiebedächer vor. Der deutlich bessere Höreindruck kann den höheren Aufwand aber rechtfertigen. QLS 3D kann bereits aus einem reinen Stereosignal die Umhülltheit und den Raumeindruck deutlich steigern. Um diese Vorteile zu erleben, sind also keine speziellen 3D-Mixes notwendig.
Lautsprecher mit minimalen Einbaumaßen

Für die Umsetzung bedarf es spezieller Lautsprecher, die den angestrebten Frequenzbereich bei minimalen Einbaumaßen abdecken. Beispiele für Micro-Lautsprecher finden sich zwar millionenfach in Docking-Stationen und vielen mobilen Endgeräten. Diese herkömmlichen Micro-Lautsprecher eignen sich jedoch nicht, da sie den Anforderungen der OEMs zum Beispiel hinsichtlich Temperaturstabilität nicht entsprechen. Außerdem ermöglichen proprietäre Technologien wie von Harman patentierte EDPLs (Elektro-Dynamisch Planarer Lautsprecher) die unauffällige und den Sicherheitsanforderungen entsprechende Integration. Die größte Herausforderung bleibt aber die Frage nach den Signalen, die von den 3D-Lautsprechern wiedergegeben werden. Eine finale Antwort kann es dazu nicht geben. Vielmehr befindet sich die Automobilindustrie in einer Findungsphase wie schon bei der Einführung von 2D-Surroundsystemen. Die in den Fachbereichen derzeit diskutierten Ansätze reichen dabei vom Anheben der Klangbühne über die Erweiterung des Hörraumes bis hin zu Effekt- und erlebnisorientierten Auslegungen. Wie auch beim Design ist die Auslegung des Soundsystems strategischer Inhalt des Automobilherstellers.
Konzertgefühl ohne Effekte
Um die unterschiedlichen Kundenwünsche von einer audiophilen Stereowiedergabe über ein authentisches, mitreißendes Hörerlebnis hin zu einem 360° Sound zum Beispiel für Live-Konzerte zu erfüllen, erhielt Quantum Logic Surround die sogenannte „Aesthetic Engine“. Diese ermöglicht es, das Processing stufenlos oder über Settings wie „Stereo“, „Audience“ und „On Stage“ zu steuern. Hierbei fügt das System keine Effekte hinzu, sondern analysiert ausschließlich die Bestandteile des Musikstückes in Echtzeit und verteilt sie entsprechend im Fahrzeug. Addiert man alle identifizierten Audiostreams, ergibt sich Bit für Bit das Original. Reine Mathematik kann aber kein emotionales Hörerlebnis garantieren. Deshalb begleiten und unterstützen professionelle Musiker und Toningenieure die Entwicklung neuer Technologien wie Quantum Logic Surround.
Quantum Logic Surround in der 2D-Variante ist bereits im Ferrari FF, im Maserati Quattroporte und im Maserati Ghibli in Serie zu erleben. QLS 3D wurde nach der CES-Fachpremiere in Las Vegas 2013 der Öffentlichkeit erstmals auf dem Genfer Autosalon 2013 in einem Konzeptfahrzeug präsentiert. Der Eroberung der dritten Dimension steht somit nichts mehr im Wege.
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