Antriebstechnik Range Extender: Warum die Technik nach dem Scheitern zurückkehrt

Von Hartmut Hammer 5 min Lesedauer

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Range-Extender-Antriebe sollten vor gut einem Jahrzehnt die Antwort auf die Reichweitenangst sein – und scheiterten. Das aktuelle Comeback der Technik beruht jedoch auf ganz anderen Prämissen.

Range Extender: Im BYD Dolphin wird ein Parallelhybrid fast durchweg mit einer seriellen Strategie betrieben. (Bild:  BYD)
Range Extender: Im BYD Dolphin wird ein Parallelhybrid fast durchweg mit einer seriellen Strategie betrieben.
(Bild: BYD)

Der neue Boom der Range Extender Electric Vehicle (REEV) findet dieses Mal primär im chinesischen Markt statt und hat dadurch mehr Wucht. Außerdem legen die Automobilhersteller ihre REEV-Konzepte von Anfang an als dezidiertes E-Auto mit zusätzlichem Reichweitenverlängerer aus. Drittens sind die neuen Verbrennungsmotoren keine Notlösungen mehr (wie der Motorradmotor beim BMW i3 von 2013), sondern ausgewachsene moderne Antriebe mit hohem Komfort und hoher Effizienz.

Warum China beim Range Extender vorangeht

Die chinesische Vorreiterrolle beruht auf einer strukturellen Schwäche und einer klugen Antwort darauf. So weist die Ladeinfrastruktur dort regional und lokal noch große Lücken auf, weshalb als pragmatische Lösung die Stromer eine verbrennungsmotorische Reichweitenverlängerung bekommen. Dies wird durch eine clevere Regulierung unterstützt, die eine Förderung von REEV (wie auch Plug-in-Hybriden) nur dann vorsieht, wenn ihre Verbrennungsmotoren einen definierten, hohen thermischen Wirkungsgrad aufweisen. In den USA können REEV eine flexible Antwort auf die erratischen politischen Vorgaben sein und bei den beliebten Light Trucks die großvolumigen Verbrennungsmotoren relativ kostengünstig und alltagstauglich dekarbonisieren.