Fahrbericht Renault Symbioz – die Mischung macht's

Quelle: sp-x 3 min Lesedauer

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Mit dem Symbioz macht Renault Kunden ein Angebot, die elektrische Antriebe bisher ablehnen. Im Grunde handelt es um einen Scenic mit einem bunten Motorenmix. Ein bisschen elektrisch fährt der Hybrid übrigens auch.

 Mit dem Symbioz hat Renault nun ein weiteres SUV-Modell im Angebot.(Bild:  Renault)
Mit dem Symbioz hat Renault nun ein weiteres SUV-Modell im Angebot.
(Bild: Renault)

Rein elektrisch zu fahren, bedeutet für viele derzeitigen Neuwagenkunden offenbar eher noch Abenteuer. Vor allem Käufer ohne heimische Lademöglichkeit lehnen oft dankend ab. Dabei gibt es genügend Schnellladesäulen selbst in den entlegensten Gebieten Deutschlands. Aber Verbrenner werden ja noch einige Jahre reichlich verfügbar sein. Bei Renault allerdings häufig in hybridisierter Form, und so kommt auch das neue Kompakt-SUV Symbioz vorerst gleich mit mehreren Triebwerken und zu Preisen ab 32.500 Euro um die Ecke gefahren.

Was sich unter dem Blech des Franzosen abspielt, mutet kompliziert an. Als primäre Antriebsquelle dient ein 1,6 Liter großer Vierzylinder-Benziner (Sauger) mit 69 kW/94 PS. Zu diesem gesellt sich ein 36 kW starker Elektromotor. Als Systemleistung nennt Renault 105 kW/143 PS, womit sich zwar keine überbordenden, aber doch souveräne Fahrleistungen realisieren lassen.

Und dann wäre da noch ein zweiter Elektromotor, der auf die Kurbelwelle des Benziners boostet und als Startergenerator herhält. Der lautlose Hauptmotor schöpft aus einem 1,3 kWh großen Akku — geladen entweder durch Bremsrekuperation oder durch den Verbrenner. Als Getriebe kommt ein aufwendiges Gebilde mit vier verschiedenen Übersetzungen für den Benziner sowie zwei für die elektrische Maschine zum Einsatz. Der Aufwand scheint sich jedoch zu lohnen, denn mit 4,8 Litern Kraftstoff pro 100 Kilometer im gemittelten WLTP-Verbrauch geht der 1,5-Tonner als effizient durch.

Geschmeidiges Fahrerlebnis

Auffällig ist, wie geschmeidig der Symbioz anfährt. Was daran liegt, dass es keine Reibkupplung gibt – das Losrollen erfolgt demnach ausschließlich elektrisch. Verschiedene Modi bestimmen die Betriebsstrategie. So lässt sich der Batteriespeicher per speziellem Modus stets prall gefüllt halten, um Reserven Beispielsweise für Steigungen bereitzustellen. Und da können 205 Newtonmeter zusätzliches Drehmoment schließlich nicht schaden. Aber auch mit leerer Batterie kann man jeden Hügel hinauffahren.

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Generell fühlt man sich im Symbioz keineswegs untermotorisiert. Dabei kommt dem Franzosen dieses komplexe Getriebe zugute, das eine große Übersetzungsspreizung ermöglicht. Und es gibt zwar ganz normale Schaltvorgänge, von denen der aufmerksame Fahrer auch Notiz nimmt. Aber ein promptes Abfordern der gesamten Leistung führt zu verzögerungsfreiem Sprinten aus jeder Lebenslage heraus – ausgeprägte Zugkraftunterbrechungen kennt der Symbioz-Antriebsstrang nicht.

Intuitive Bedienung durch Google

Was der Symbioz allerdings sehr wohl kennt, sind Vibrationen und Warntöne für Fahrspurübertretungen und zu hohe Geschwindigkeit. Sie lassen sich zum Glück abschalten, ohne in die Tiefen des Menüs abtauchen zu müssen. Dennoch gibt es viel Menü – und zwar auf dem markant hochformatig in die Innenarchitektur integrierten Touchscreen von 10,4 Zoll Größe. Da hier Google als Basisbetriebssystem läuft, geht die Bedienung intuitiv von der Hand. Es empfiehlt sich außerdem, ruhig mal die Sprachbedienung zu nutzen. Die Fehltreffer halten sich tatsächlich in Grenzen. Ein Vorteil, wenn man auf die Strukturen eines Branchenexperten aufsetzt. Im Austral hingegen ist die Routenführung von Google unübersichtlich umgesetzt worden.

Bleibt die Frage, wie es um den Komfort des 4,4 Meter langen Kompakt-SUV bestellt ist. Immerhin gilt diese Disziplin doch als das Pfund französischer Marken. Wenn man Komfort als Leichtgängigkeit interpretiert, mit der das Gefährt in Bewegung zu setzen ist, dann passt der Ausdruck. Besonders fahraktiv oder präzise sind Fahrwerk und Lenkung des Symbioz nicht gerade. Auch überrollt er Patzer im Asphalt nicht übermäßig geschmeidig. Aber eben auch nicht brutal hart. Lässt man die recht ordentlich anmutenden Sitze mit in die Bewertung einfließen, ergibt sich ein ausgewogenes Bild. Man muss ja auch immer den Preis im Hinterkopf halten. Und es gibt den Symbioz bereits ab 32.500 Euro.

Viel Gepäckraum und nützliche Funktionen

Dafür bietet er neben einer annehmbaren Ausstattung jede Menge praktische Funktionen. Dazu zählen neben doppeltem Laderaumboden sowie verschiebbarer Rücksitzbank auch der Umstand, dass knapp 1.600 Liter Gepäck in den unteren Mittelklässler passen, sofern man die hinteren Lehnen umklappt.

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Doch neben der Fülle an Assistenzsystemen und praktischen Gimmicks bietet das SUV auch noch einen Hauch von Hightech anderer Art: Je nach Ausstattung lässt sich das ausladende Panoramadach elektrochromatisch verdunkeln. Wem der Antriebsstrang übrigens zu kompliziert erscheint: Nächstes Jahr liefert Renault einen mild hybridisierten Symbioz nach. Ganz ohne E-Motor geht es dann wohl doch nicht mehr.

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