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Wirtschaft Schuler baut 500 Stellen ab

| Redakteur: Maximiliane Reichhardt

Der Automobilzulieferer Schuler will im Rahmen eines Maßnahmenprogramms 500 Stellen streichen. Der größte Teil des Stellenabbaus soll den Bereich Produktion betreffen.

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Der Schuler-Hauptsitz in Göppingen soll bestehen bleiben.
Der Schuler-Hauptsitz in Göppingen soll bestehen bleiben.
(Foto: Schuler)

Der Schuler-Vorstand hat ein Maßnahmenprogramm beschlossen: Der Automobilzulieferer will seine Betriebskapazitäten an die veränderten Wettbewerbsbedingungen anpassen. Das Konzept sei bis 2022 angelegt und sehe einen Stellenabbau von 500 Arbeitsplätzen vor.

Nachfrage hat sich nach Asien verlagert

Wesentlicher Grund für die Maßnahmen sei eigenen Angaben zufolge, dass sich die Nachfrage der Kunden in den vergangenen Jahren zunehmend aus Europa weg nach Asien verlagert hat. Diese Entwicklung werde sich über alle Kundengruppen hinweg fortsetzen. So rechnet Schuler zum Beispiel damit, dass rund 80 Prozent der Aufträge für Pressenlinien künftig auf Produktionsstätten der Automobilindustrie im Ausland entfallen. Die Entwicklung der deutschen Schuler-Werke erlaube daher keine Perspektive, diese wachsende internationale Nachfrage aus Deutschland bedienen zu können.

500 Stellen werden gestrichen

Vorgesehen sei, die Neumaschinen-Produktion am Standort Göppingen zu schließen. Field-Service wie auch Außenmontage sollen in Göppingen bleiben, ebenso wie der Unternehmenssitz des Konzerns. In Erfurt und an anderen deutschen Standorten will Schuler die Kapazitäten für Fertigung, Außenmontage und Montage reduzieren. Die Produktion in Brasilien soll dagegen gestärkt und das Hydraulik-Geschäft ausgebaut werden. Insgesamt verringert sich die Zahl der Arbeitsplätze in Deutschland im Rahmen des Maßnahmenprogramms um rund 500. Der überwiegende Teil des Abbaus mit rund 350 Stellen entfällt auf die Produktion. Schuler hatte Ende 2018 konzernweit 6.574 Beschäftigte, in Deutschland waren es 4.195. Die nun notwendige Verringerung soll eigenen Angaben zufolge so sozialverträglich wie möglich gestaltet werden. Betriebsbedingte Kündigungen seien allerdings nicht auszuschließen.

Schuler rechnet für 2019 mit Einmalkosten des Konzepts in Höhe von insgesamt rund 85 Millionen Euro. Davon seien rund 70 Prozent Cash-wirksam, der Rest im Wesentlichen Abschreibungen auf Vermögenswerte. Die Rückstellungen für diese Aufwendungen werden im dritten Quartal 2019 ergebnismindernd gebucht werden. Darüber hinaus verbuche Schuler Wertminderungen bei Firmen-Beteiligungen in Höhe von rund 25 Millionen Euro. Diesen Belastungen stehen Schuler zu Folge erste Einsparungen ab dem zweiten Halbjahr 2020 gegenüber. Spätestens ab 2021 rechnet der Automobilzulieferer mit einer schrittweisen Verbesserung der operativen Rentabilität im Konzern.

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