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Conti Sensor schaltet Hochvolt-Batterie ab

| Redakteur: Bernd Otterbach

Conti hat einen Sensor (Satelliten) für Elektro- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge entwickelt, der bei einem Unfall im Ladebetrieb für eine unmittelbare Abschaltung der Hochvolt-Batterie sorgen soll. Im nächsten Jahr geht der in Regensburg gefertigte Sensor in Serie.

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„Der Beschleunigungssensor evSAT ist im Ladebetrieb aktiv, erkennt einen Unfall und gibt diese Information an das Batterie-Management-System weiter. Dieses schaltet die Hochvolt-Batterie daraufhin ab“, sagte Dr. Axel Gesell, Senior Manager Platform Development Sensors & Satellites, Geschäftsbereich Passive Safety und ADAS, bei der Continental-Division Chassis & Safety am Mittwoch. „Damit werden Feuerwehrleute und andere Rettungskräfte vor Verletzungen durch Hochspannung geschützt, wenn sie mit Metallteilen des Autos in Berührung kommen oder sich gar zu Unfallopfern durchschneiden müssen“, so Gesell weiter. Elektroautos und Plug-in-Hybride werden durch Hochvolt-Batterien versorgt, deren Spannung bis zu 400 Volt betragen kann.

Triaxialer Sensor mit einer CAN-Schnittstelle

„evSAT“ steht für „Satellite for Electric Vehicles“. Dahinter verbirgt sich ein autonomer, triaxialer Sensor mit einer CAN-Schnittstelle. Während der Ladephase ist die übrige Fahrzeugelektronik inklusive Airbagsystem nicht in Betrieb.

Um das Airbagsystem nicht an neue Anforderungen anpassen zu müssen, hat Continental für den Ladebetrieb der Fahrzeuge den evSAT entwickelt: Der Beschleunigungssensor erkennt mit Hilfe eines Algorithmus einen Front-, Heck- oder Seitenaufprall durch ein anderes Fahrzeug und gibt unmittelbar über die CAN-Schnittstelle ein Signal an das Batterie-Management-System weiter, das die Batterie innerhalb von einer halben Sekunde abschaltet. Ebenso reagiert evSAT, wenn im Fahrbetrieb eine Dachlage (Rollover) detektiert wird. Hier wird die Batterie innerhalb von maximal vier Sekunden deaktiviert. Bei anderen Unfällen während des Fahrens bleibt evSAT inaktiv. Hier wird die Batterieabtrennung vom Airbagsystem mit übernommen. Ist das Elektro- oder Plug-in-Hybrid-Fahrzeug abgestellt und wird nicht geladen, schaltet sich evSAT in einen Ruhemodus, um eine Entladung der Batterie zu vermeiden.

Bisher keine Vorschriften in Deutschland

In den USA ist bereits gesetzlich vorgeschrieben, dass die Spannung im Bordnetz nach einem Unfall innerhalb von fünf Sekunden von 400 Volt auf unter 60 Volt sinken muss. In Deutschland existieren bisher keine derartigen Vorschriften. „Bei der weiteren Entwicklung hin zur Elektromobilität wird die Sicherheit von Elektrofahrzeugen eine wichtige Rolle einnehmen. Dass dafür zukunftsfähige Technologien benötigt werden, zeigt sich bereits in der Nachfrage nach evSAT auch von Seiten zahlreicher anderer Fahrzeughersteller“, sagte Telmo Glaser, Projektleiter für evSAT bei Continental.

Prinzipiell könne evSAT an verschiedenen Stellen im Fahrzeug eingebaut werden, sollte jedoch weit genug im Inneren des Fahrzeugs platziert sein (beispielsweise unter dem Beifahrersitz), um bei einem Unfall nicht ebenfalls beschädigt zu werden, teilte Conti weiter mit.

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