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Rücker AG Testlabor für Fußgängerschutz-Systeme erweitert

| Redakteur: Christian Otto

Die Nachfrage zum Thema Fußgängerschutz wächst. Die Rücker AG reagiert darauf und erweitert das Münchner Testlabor auf nunmehr 900 Quadratmeter. Auf fünf mobilen und flexiblen Prüfständen können nun mögliche Kollisionen mit Personen realitätsnah abgebildet werden.

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Die Rücker AG, mit Hauptsitz in Wiesbaden, bietet seinen Kunden nun ein noch größeres Testlabor zum Thema Fußgängerschutz.
Die Rücker AG, mit Hauptsitz in Wiesbaden, bietet seinen Kunden nun ein noch größeres Testlabor zum Thema Fußgängerschutz.
(Foto: Rücker)

Die Entwicklung von Fußgängerschutz-Systemen nimmt bei Automobilherstellern und Zulieferer-Unternehmen einen zunehmend hohen Stellenwert ein. Dies führt bei der Rücker AG zu einer wachsenden Nachfrage für die Erprobung entsprechender Prüfverfahren. Daher hat das Unternehmen bei seiner Münchener Tochtergesellschaft, der Rücker Testing Services GmbH, jetzt sein spezielles Testlabor für Fußgängerschutz-Systeme erheblich erweitert. Dort stehen nun insgesamt fünf mobile, flexible Prüfstände für die Testverfahren zur Verfügung.

„Auf allen unseren Anlagen können wir das Verhalten von Fahrzeugfronten bei der Kollision mit Beinen, Hüften und Köpfen von Fußgängern jetzt wesentlich realistischer und detailgetreuer testen und analysieren als bisher,“ erläutern die Experten der Abteilung „Passive Fahrzeugsicherheit & Fußgängerschutz“ der Rücker Testing Services GmbH. Der neue Prüfstand wurde Anfang Februar eingerichtet und kurz darauf in Betrieb genommen. Die Münchener Tochtergesellschaft der Rücker AG verfügt damit über zwei Kopfprüfstände sowie drei Anlagen für Sensor- sowie Lower- und Upper-Leg-Versuche. Das Labor wurde von 600 auf nunmehr 900 Quadratmeter erweitert.

Hohe Flexibilität für individuelle Tests

Der größte Vorteil der neuen Prüfstände ist ihre Mobilität: Die bis zu fünf Tonnen schweren E-Liner PED LEG sind auf Druckluftkissen gelagert. Sie lassen sich daher leicht von zwei Mitarbeitern innerhalb des Prüflabors an ihren Einsatzort bewegen. So können die Rücker-Ingenieure jederzeit die unterschiedlichsten Aufträge individuell abarbeiten, ohne die Position der Fahrzeuge oder einzelner Komponenten verändern zu müssen: „Das Labor schaut also jede Woche anders aus“.

Neben den Kollisionsanalysen gehören auch die Prüfungen von Sensoren für aktive Fußgängerschutzsysteme, beispielsweise an Fronthauben und in Fußgängerairbags zum Testspektrum: Dabei werden Bälle, Äste, Stahlkugeln, PDI-Prüfkörper, Lower Legs oder Kleintierimpaktoren gegen Fahrzeugfronten geschossen, um Parametersätze für die Steuergeräte der Fußgängerschutzsysteme zu erstellen.

Härtetests in der Klimakammer

Die PED LEG-Anlagen sind mit elektrischen Antrieben ausgestattet, die bis zu 35 Kilo schwere Prüfkörper für den Aufschlag auf maximal 55 km/h beschleunigen können. Die Geschwindigkeitstoleranz liegt dabei innerhalb der 0,2 km/h-Grenze. Dies ist außerordentlich gering im Vergleich zu konventionellen Hydraulik- oder Pneumatikantrieben, die deutlich ungenauer arbeiten. Es macht weitere Validierungsschleifen unnötig, was für die Ingenieure einen geringeren Zeitaufwand und für den Auftraggeber weniger Kosten bedeutet.

Ein zusätzlicher, wesentlicher Vorteil der mobilen Prüfstände: Sie können ohne großen Aufwand vor die vorhandene Klimakammer der Rücker Testing Services GmbH bewegt werden, die extreme Temperaturbereiche zwischen –30°C bis +80° C abdeckt. Hier lässt sich unter anderem das Dehnungs- und Bruchverhalten der Materialien testen, in denen die Sensoren der Fußgängerschutzsysteme integriert sind. Durch den speziellen Aufbau der Klimakammer ist es möglich, den Prüfstand innerhalb kürzester Zeit davor zu positionieren und auf die Versuchsaufbauten, die sich in der Klimakammer befinden, zu schießen. Nach dem Versuch kann die Kammer unmittelbar wieder geschlossen werden, so dass der Versuchsträger weiter konditioniert wird, während der Prüfstand auf den nächsten Prüfpunkt außerhalb der Kammer eingerichtet wird. Die Temperaturschwankung innerhalb der Kammer wird damit auf ein Minimum reduziert.

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