Alternative Kraftstoffe Unternehmen und Verbände fordern Marktöffnung für HVO100

Von ampnet

Bio- oder synthetische Kraftstoffe sind eine Option für die klimaneutrale Mobilität der Zukunft. In Deutschland sind HVO-Kraftstoffe allerdings nur als geringfügige Beimischung zugelassen.

HVO-Schienentankstelle der Deutschen Bahn am Sylt-Shuttle-Terminal in Westerland.
HVO-Schienentankstelle der Deutschen Bahn am Sylt-Shuttle-Terminal in Westerland.
(Bild: Deutsche Bahn AG / Anastasia Schuster)

Zahlreiche Unternehmen und Verbände aus dem Mobilitätssektor und der Fahrzeugindustrie haben in einem offenen Brief die Bundesregierung aufgefordert, nachhaltige Kraftstoffe aus biogenen Rest- und Abfallstoffen zuzulassen. Bislang sind HVO (Hydrotreated Vegetable Oils oder hydrierte Pflanzenöle) in Deutschland nur als geringfügige Beimischung zu fossilem Diesel erlaubt. Dies sei für die Erreichung der Klimaschutzziele völlig unzureichend und gehe überdies an der Marktnachfrage vorbei, heißt es in dem Schreiben, das auch der Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen, Uniti, unterzeichnet hat.

Bei den Klimaschutzzielen dürfe nicht vergessen werden, dass auch nach 2030 der Kraftfahrzeugbestand noch mehrheitlich vom Verbrennungsmotor dominiert wird, heißt es. Dies müsse in die Klimaschutzbemühungen einbezogen werden. „Dafür sind alle klimafreundlichen Kraftstoffe, grünstrombasierte E-Fuels wie auch biogenes HVO, unverzichtbar“, erklärt Uniti-Hauptgeschäftsführer Elmar Kühn.

Aktuell sind HVO-Kraftstoffe lediglich als geringfügige Beimischung zu fossilem Diesel zugelassen. Der öffentliche Verkauf an der Tankstelle als Reinkraftstoff, sogenanntes HVO100, ist in Deutschland – anders als in anderen europäischen Ländern – nicht zulässig, obwohl sie die gängige DIN-Norm für Dieselkraftstoff erfüllen. Nahezu alle Fahrzeughersteller hätten daher auch den Kraftstoff aus Rest- und Abfallstoffen für ihre Dieselmotoren freigegeben. Zudem stehe HVO100 nicht in Konkurrenz zu Nahrungsmitteln, betonen die Verfasser des Briefes.

Dass das Bundesumweltministerium die Zulassung von HVO100 als Kraftstoff bislang blockiere, „steht im eklatanten Widerspruch zu dem von Bundesumweltministerin Lemke vor wenigen Tagen propagierten Ausbau des Einsatzes von Kraftstoffen aus Abfall- und Reststoffen“, sagt Kühn.

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