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Entwicklung VDA: „Ohne Wasserstoff und E-Fuels keine klimaneutrale Mobilität“

| Redakteur: Thomas Günnel

Elektromobilität „Ja!“– aber bitte mit mehr Nachdruck. Das fordert der VDA. Vor allem geht es darum, Wasserstoff und alternative Kraftstoffe stärker oder überhaupt zu nutzen.

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„Wr brauchen mehr Initiative in regenerative Kraftstoffe“, fordert Hildegard Müller, Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie.“
„Wr brauchen mehr Initiative in regenerative Kraftstoffe“, fordert Hildegard Müller, Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie.“
(Bild: VDA/ Peter Himsel)

„Die Pläne der Bundesregierung für eine nationale Wasserstoffstrategie zielen in die richtige Richtung, sind aber noch nicht ambitioniert genug. Regenerative Kraftstoffe können Elektromobilität sinnvoll ergänzen und für eine Verbesserung der Klimabilanz der Bestandsflotte sorgen.“ Das ist zusammengefasst die Forderung des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), vertreten durch ihre Präsidentin Hildegard Müller.

Wasserstoff und regenerative Kraftstoffe könnten die Elektromobilität in bestimmten Bereichen sinnvoll ergänzen. „Wird eine globale Produktion synthetischer Kraftstoffe zugrunde gelegt, ist die Verfügbarkeit von erneuerbarer Energie kein limitierender Faktor. Entsprechende Kraftstoffe sind zudem die einzige Möglichkeit, den CO2-Ausstoß des derzeitigen Kraftfahrzeugbestands zu senken“, erklärte Müller. Regenerative Kraftstoffe auf einzelne Anwendungsgebiete wie die Luftfahrt zu reduzieren, erhöhte deswegen das Risiko, die Klimaziele zu verfehlen.“

Mehr regenerative Kraftstoffe

„Das gemeinsame Ziel, den Verkehr bis 2050 klimaneutral zu machen, kann nur erreicht werden, wenn im Verkehrssektor zusätzlich zur Elektromobilität mit grünem Strom auch nachhaltige, regenerative Kraftstoffe wie Wasserstoff, mit erneuerbaren Energien hergestellte E-Fuels und fortschrittliche Biokraftstoffe zum Einsatz kommen“, sagte Müller weiter. Aber: „Auch im Jahr 2030 und in den Jahren danach wird noch ein großer Teil der Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren angetrieben.“

Es fehlen konkrete Maßnahmen, wie regenerative Kraftstoffe in der benötigten Menge rasch zum Einsatz kommen könnten.

Umso wichtiger sei es, dass Politik und die betroffenen Branchen am schnellen Hochlauf der Elektromobilität mitwirken und dafür sorgen, dass nachhaltige, regenerative Kraftstoffe rechtzeitig zur Verfügung stehen. Die Voraussetzung dafür ist der zügige Aufbau von Produktionsstätten für Wasserstoff und E-Fuels“, beschrieb Müller.

Die derzeit diskutierte nationale Wasserstoffstrategie sei ein richtiger, erster Schritt. Aber: „Es fehlen darin konkrete Maßnahmen, wie regenerative Kraftstoffe in der benötigten Menge rasch zum Einsatz kommen könnten.“

23 Prozent erneuerbare Kraftstoffe bis 2030

Vor allem sollte die Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II) der EU mit Ziel einer Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien möglichst ehrgeizig umgesetzt werden. Der VDA schlägt eine Quote von 23 Prozent erneuerbaren Kraftstoffen bis 2030 vor, um auf die zum Klimaschutz notwendigen Marktanteile von regenerativen Kraftstoffen zu kommen. Zusätzlich sollte eine Mindestquote von Wasserstoff und E-Fuels in Höhe von fünf Prozent eingeführt werden. Mehrfachanrechnungen beispielsweise für Ladestrom sollten entfallen.

Um regenerativen Kraftstoffen zum Durchbruch zu verhelfen, fordert der VDA außerdem ein befristetes Markteinführungsprogramm, damit die Wirtschaftlichkeit erster Anlagen möglich wird. Zudem müssten Wasserstoff und E-Fuels vollständig von der Energiesteuer nach EU-Richtlinie befreit und stromseitige Steuern und Abgaben deutlich gesenkt werden.

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