Corona-Auswirkungen VW-Markenchef hält Halbleiter-Mangel für bleibendes „Top-Thema“

Autor / Redakteur: dpa / Andreas Wehner

Der Chef von VW Pkw, Ralf Brandstätter, hält die Lieferkrise bei Elektronik-Chips noch längst nicht für beendet.

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VW-Markenchef Ralf Brandtstätter
VW-Markenchef Ralf Brandtstätter
(Bild: Volkswagen)

Die Engpässe in der Versorgung wichtiger Elektronik-Teile könnten die Autoindustrie nach Einschätzung von VW-Markenchef Ralf Brandstätter länger beschäftigen. „Ich denke, dass die Situation durchaus noch angespannt bleiben wird“, sagte er der Deutschen-Presse-Agentur. Während der Hochphase der Coronakrise in der Autobranche im vorigen Jahr hatten Hersteller von Halbleitern ihre Lieferungen auf andere Industrien verlagert. Zuletzt gab es nun noch Probleme bei Chip-Produzenten selbst.

Entspannung ab Sommer

Zur Lage bei den Halbleitern sagte Brandstätter: „Der Schneesturm in Texas oder Brand bei Renesas in Japan – das sind große Kapazitäten, die für eine bestimmte Zeit nicht produziert haben. Diese Auswirkungen sind in den nächsten Monaten sicherlich noch zu spüren.“ Die Beschaffungs-Taskforce des VW-Konzerns befasse sich „rund um die Uhr mit nichts anderem“, es sei „Top-Thema auch auf Vorstandsebene“. Ab Sommer lasse sich eine Entspannung absehen: „Wir gehen davon aus, dass es in der zweiten Jahreshälfte wieder etwas ruhiger wird.“ In der Fertigung der neuen ID-Reihe fehlten aktuell keine Komponenten.

Wo Schichtausfälle nicht zu vermeiden seien, gehe es in der Regel um spezielle Halbleiter-Teile – „wie zuletzt in Emden, dann können Sie den Passat schlicht und ergreifend nicht bauen.“ Bei austauschbaren Teilen setze VW Prioritäten bei ertragsstarken Modellen. „Das wird im Konzern auch abgewogen, wie die Zuteilung erfolgt – sehr transparent, so dass jede Marke weiß, woran sie ist. Wir fahren auf Sicht, man darf auch nicht zu schnell die Nerven verlieren.“

Frage der Kapazität, nicht des Produktionsortes

Eine Maßnahme gegen die Versorgungskrise sei es, den Austausch mit Lieferanten zu erhöhen. „Sich in der Lieferkette ein Stück weit zu bevorraten, sicherlich auch.“ Forderungen nach mehr deutscher Halbleiter-Produktion könne er verstehen. Brandstätter schränkte aber ein: „Ich denke, es ist eher eine Frage der Kapazität und nicht des Produktionsortes. Wir haben uns alle umgestellt auf digitales Arbeiten, Laptops beschafft, viele Schulen haben nachgerüstet mit Rechnern und Tablets. Da ist natürlich ein Riesenbedarf entstanden.“

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