Prüfstandmaschinen Wie eine neuartige Technik Prüfstände für E-Antriebe verbessert

Autor / Redakteur: Ute Drescher / Sven Prawitz

Das Start-up Dynamic E Flow hat einen außergewöhnlich leistungsstarken Motor speziell für Prüfstände entwickelt. Davon profitiert vor allem die Entwicklung von Elektromotoren für die Elektromobilität.

Hohle Drähte für kühle Motoren: Dynamic E Flow will mit dieser Technik die Leistung von E-Maschinen deutlich steigern.
Hohle Drähte für kühle Motoren: Dynamic E Flow will mit dieser Technik die Leistung von E-Maschinen deutlich steigern.
(Bild: Daniel Schweinert)

Michael Anton Naderer erinnert sich noch genau: „Auf der Motorsport-Messe Hannover 2019 kamen gleich mehrere Prüfdienstleister auf uns zu mit der Frage, ob wir nicht auch Prüfstandmaschinen anbieten würden“. Das Problem: Gängige Hersteller konnten keine Motoren zur Verfügung stellen, die den speziellen Anforderungen für den Test von E-Mobility-Motoren genügt hätten. Der Geschäftsführer und Gründer des Start-ups Dynamic E Flow erkannte das Potenzial sofort.

Die große Herausforderung war für uns die Entwicklung der Mechanik.

Michael Naderer, Geschäftsführer Dynamic E Flow

Motoren für Prüfstände, auf denen Motoren für Elektroautos getestet werden, müssen ein leistungsstarkes Drehmoment-Drehzahlband aufweisen, um die Leistungen des Prüflings abzudecken. Gefordert sind Drehzahlen von 25.000 min-1 bei Drehmomenten bis 800 Nm und mehr. „Eine sehr schwierige Aufgabe für einen Motor“, erklärt Naderer. Der Grund: Es besteht die Gefahr, dass der Motor bei diesen hohen Drehzahlen aufgrund seiner Größe und Länge in Eigenresonanz und ins Schwingen gerät. „Dann hüpft er vom Prüfstand und die Messung ist kaputt“, formuliert Naderer es salopp. Aus mechanischen, elektromagnetischen und thermischen Gründen waren solche Messungen bisher nicht ohne den Einsatz von Getrieben realisierbar.