Konzeptleichtbau Wolfgang Seeliger: „Wir brauchen mehr Pioniergeist“

Autor: Thomas Günnel

Leichtbau ist umfassend gedacht weit mehr als leichtere Komponenten und Fahrzeuge. Wolfgang Seeliger, Geschäftsführer der Wirtschafts- und Wissenschaftsförderung Leichtbau BW, beschreibt die Ansätze.

Wolfgang Seeliger ist Geschäftsführer der Leichtbau BW.
Wolfgang Seeliger ist Geschäftsführer der Leichtbau BW.
(Bild: Leichtbau BW)

Herr Seeliger, der Konzeptleichtbau fokussiert unter anderem Produkte, die einem exakten Einsatzzweck entsprechen und unnötige Funktionen – und somit Gewicht – vermeiden. Bedeutet das mit Blick auf die Mobilität nicht mehr spezialisierte Fahrzeuge, Platzbedarf und somit mehr Ressourcen?

Die Frage geht von einem anderen Grundgedanken aus – und zwar, dass sich ausschließlich unsere Mobilität verändern wird. Beim Konzeptleichtbau wird jedoch Mobilität völlig neu gedacht. Dadurch werden dann also zum Beispiel durch spezialisierte Fahrzeuge nicht mehr Platz oder mehr Ressourcen verbraucht, sondern im Gegenteil eingespart. Mobilität muss in ein neues Stadtsystem integriert werden. Es verändern sich also Mobilität und das Stadtsystem zugleich. Spezialisierte Fahrzeuge, zum Beispiel der „Ilo“ der „Emm! solutions“, funktionieren in unseren aktuellen Stadtsystemen gar nicht. Außerdem brauchen wir andere Geschäftsmodelle um die Mobilität herum.

Viele Menschen kaufen bewusst „multifunktionale“ Fahrzeuge, um flexibel zu sein. Wie kann es gelingen, dass sich Nutzer zum Beispiel für den häufigsten Einsatzzweck des Fahrzeugs oder bewusst gegen Funktionen entscheiden?

In der Leichtbau-Stadt muss man sich nicht zwischen Einsatzzwecken oder gegen Funktionen entscheiden. In den neuen Stadtsystemen wird sich unsere Mobilität so grundlegend verändern, dass wir beispielsweise klassische Autos gar nicht mehr benötigen.

Über den Autor

 Thomas Günnel

Thomas Günnel

Fachjournalist, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE