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Im Interview: Dr. Lars-Peter Thiesen Zum Antrieb mittels Wasserstoff-Brennstoffzelle

| Redakteur: Thomas Günnel

Am 25. September 2012 veranstaltet die Clusterland Oberösterreich GmbH in Linz die 6. „Automotive.2012“. Das Rahmenthema „Mobilität 2030 – Was die Zukunft den Zulieferern bringt“ beleuchtet in diesem Jahr neue Konzepte der Mobilität und die technologische Zukunft. Ausblicke auf die elektromobile Zukunft gibt Dr. Lars Peter Thiesen, Leiter Einführungsstrategie Wasserstoff und Brennstoffzellen bei Opel.

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Dr. Lars-Peter Thiesen, Leiter Einführungsstrategie für Wasserstoff und Brennstoffzellen, Adam Opel AG.
Dr. Lars-Peter Thiesen, Leiter Einführungsstrategie für Wasserstoff und Brennstoffzellen, Adam Opel AG.
(Foto: Opel)

Herr Thiesen, Opel forscht mit dem HydroGen4 schon einige Jahre am Antrieb mittels Wasserstoff-Brennstoffzelle. Wie ist hier der aktuelle Stand?

Mehr als hundert Exemplare des HydroGen4 sind seit dem Jahr 2007 im Rahmen des weltweit größten Flottenversuches für Brennstoffzellenfahrzeuge unterwegs und haben insgesamt schon über drei Millionen Kilometer zurückgelegt. Damit haben wir wertvolle Erfahrungen gesammelt, die bereits heute in die Entwicklung der nächsten Generation von Brennstoffzellen-Antriebssystemen einfließen.

Opel setzt mit dem HydroGen4 auf die Energieerzeugung mittels Brennstoffzelle. Der Antrieb des Fahrzeuges erfolgt per Elektromotor. Welche Vorteile/Nachteile sehen Sie in dieser Kombination – gegenüber zum Beispiel einem Wasserstoff-Verbrennungsmotor?

Der größte Vorteil der Brennstoffzelle liegt in der deutlich höheren Effizienz gegenüber dem Verbrennungsmotor. Auf lange Sicht werden Kraftstoffe sicherlich nicht billiger werden – da ist ein möglichst niedriger Verbrauch ganz wichtig. Aber auch in Bezug auf den Schadstoffausstoß ist die Brennstoffzelle klar im Vorteil: Während ein mit Wasserstoff betriebener Ottomotor auch Stickoxide produziert, ist das Brennstoffzellenauto immer ein Null-Emissionsfahrzeug: Aus dem Auspuff kommt nur Wasserdampf.

War für Opel der Wasserstoff-Verbrennungsmotor auch ein Thema?

Nein. Opel hat von Anfang an auf Brennstoffzellensysteme gesetzt, weil wir davon überzeugt sind, dass sie sich aufgrund der genannten Vorteile langfristig durchsetzen werden.

Im Projekt „Chic“ sollen unterschiedliche Verkehrsbetriebe Brennstoffzellen-Busse in den täglichen Linienverkehr integrieren. Ist der Nutzfahrzeugsektor aus Ihrer Sicht besser als der Pkw-Markt geeignet, diese Art der Antriebstechnik der breiten Masse näher zu bringen, beziehungsweise die Akzeptanz dafür zu schaffen?

Zumindest sind Brennstoffzellenbusse in der Regel deutlich als solche zu erkennen und werden im Linienverkehr von sehr vielen Fahrgästen genutzt. Damit erreicht man mehr Menschen als mit einzelnen Pkws, die hin und wieder als VIP-Shuttle im Einsatz sind. Durch den täglichen Anblick im Straßenverkehr wachsen beim Kunden sicherlich auch der Wunsch und die Bereitschaft, sich irgendwann selbst ein Brennstoffzellenfahrzeug zu kaufen. Der Betrieb von Pkw-Demonstrationsflotten wird aber dadurch nicht überflüssig, da sie natürlich beweisen müssen, dass es auch im Pkw geht. Auch wenn nicht jeder selbst so ein Auto ausprobieren kann, erreichen wir durch die Vergabe unserer HydroGen4-Fahrzeuge an ausgewählte Kunden, an Journalisten von Fachzeitschriften und durch öffentliche Fahrveranstaltungen sehr viele Menschen.

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