VW hat seiner vornehmen Coupé-Limousine eine zweite Karosserievariante mitgegeben: Der Arteon Shooting Brake dürfte in den Verkaufsräumen einiges Aufsehen erregen, nicht nur wegen seines Designs.
VW bringt die Shooting-Brake-Variante des Arteon.
(Bild: VW)
Um es den Puristen gleich zuzugestehen: Ja, ein Shooting Brake ist eigentlich ein Zwitterwesen aus Kombi und Sportwagen, im Zweifel ist ein solches Auto mit abgeschrägtem Kombi-Heck also eher kompakt und vor allem zweitürig. Aber bei Namensgebung und Positionierung lautet der Grundsatz auch: Erlaubt ist, was gefällt. Und hatte nicht Mercedes ebenfalls mal so ein Riesenauto, den CLS Shooting Brake?
Arteon Shooting-Brake vereint Design mit Funktionalität
Stimmt, aber ein langanhaltender Erfolg war das nicht – umso interessanter, dass VW dennoch diesen Schritt wagt. Rein äußerlich betrachtet, wirkt der Arteon Shooting Brake nicht nur besonders elegant, sondern er signalisiert dem eher pragmatisch orientierten Kombi-Kunden auch, dass hier Raum verschenkt wurde. Wer allerdings die schnittig-schräge Heckklappe öffnet, wird überrascht sein: Ein wirklich großer Stauraum tut sich hier auf (565 bis 1.632 Liter), wenn er auch mit dem des Passat Variant (650 bis 1.780 Liter) nicht ganz mithalten kann.
Trotzdem ist Platz nicht wirklich das Problem des Arteon, auch auf der Rückbank. Hier gilt für den Shooting Brake und die Fastback-Limousine dasselbe: Wenn der Fahrer vorn nicht zu groß ist, kann man hinten die Beine übereinanderschlagen und stößt nicht mit der Fußspitze gegen den Vordersitz. Oder in Zahlen: Bis zu einem Meter Beinfreiheit, man darf auch Business Class dazu sagen. Das Geheimnis hinter dem üppigen Innenraum ist schiere äußere Größe: Mit 4,87 Metern Länge und 2,84 Metern Radstand ist ein Arteon alles andere als kompakt, und wenn man gerade den Shooting Brake von der Seite anschaut, dann zieht sich die Heckpartie beinahe endlos nach hinten, ohne jedoch das Auto unelegant aussehen zu lassen.
Ein anderer Widerspruch des Arteon ist dagegen sehr viel interessanter: Wolfsburger Verantwortliche denken gewöhnlich in großen Stückzahlen. Oder in sehr großen. Die waren dem Arteon bislang nicht vergönnt. Von den 15 auf dem deutschen Markt angebotenen VW-Pkw-Modellen sind in der Zulassungsstatistik 2020 bislang 13 am Arteon vorbeigezogen, und der Anlauf des neuen Elektromodells ID 3 dürfte den Arteon einen weiteren Platz verlieren lassen. Nur gut 4.000 Arteon-Zulassungen stehen von Januar bis September zu Buche, der eng verwandte Passat verkaufte sich in diesem Zeitraum fast zehnmal mehr.
Dennoch gibt VW dem seit 2017 angebotenen Arteon eine zweite Chance, und man wertet ihn nicht nur durch den hinzugefügten Shooting Brake auf, sondern hat auch verstanden, dass man im Innenraum etwas tun musste. War der erste Arteon noch sehr deutlich am Passat orientiert, was Innendesign und verwendetes Material anbelangte, lautet nun die Strategie: mehr Premium. Das Groß-SUV Touareg ist fortan das Auto, an dessen Qualitätsmaßstab man sich orientieren will, und dieser Unterschied zum früheren Arteon ist auch spürbar. Fein gearbeitete Nähte zieren das Armaturenbrett, Holzeinlagen sind auch wirklich aus Holz, und das Ambientelicht (30 Farben wählbar) schimmert sogar aus winzigen Löchern in den Zierleisten der Türen. Das Niveau liegt hier tatsächlich höher als im Passat.
Vorausschauender Hybridmanager für die Plug-in-Variante
Wer Arteon fahren will, hat zunächst die Wahl zwischen zwei Turbodieselmotoren mit jeweils zwei Liter Hubraum und wahlweise 150 und 200 PS. Zwei gleich große Benziner mit 190 und 280 PS werden folgen, und im Frühjahr 2021 kommt der Arteon R mit 320 Pferdestärken. Wie bei vielen anderen Modellen setzt VW auch bei diesem einige Hoffnung in die Plug-in-Hybridvariante, die mit einer Systemleistung von 160 kW/218 PS und einem maximalen Drehmoment von 400 Newtonmetern antritt.
Rein elektrische Reichweite: 59 bzw. 57 Kilometer (Shooting Brake) laut WLTP-Norm. Interessant ist hier die Fahrt unter der Obhut des elektronischen Hybridmanagers: Man drückt eine Taste in der Mittelkonsole, wählt den Hybridmodus im Touchdisplay, und nun kann das Auto anhand des eingegebenen Navigationsziels sehr genau berechnen, wann und in welchem Maße die elektrische Energie aus den 13 Kilowattstunden fassenden Akkus abgerufen wird.
Das ist vielleicht am Anfang nicht so spektakulär wie eine rein elektrische Fahrt, aber es ist allemal effizienter – auch weil das System voraussehen kann, ob demnächst eine Bergabfahrt zum Rekuperieren kommt, oder ob gleich eine enge Kurve oder ein Ortsschild zum Abbremsen zwingt. Das geschieht dann automatisch, einmal aus Sicherheitsgründen, aber auch, um wieder etwas Energie zurück zu gewinnen. Auf einer Landstraßen-Testrunde ergab sich unter diesen Umständen ein Benzinverbrauch von 4,4 l/100 km – ein sympathischer Wert für so ein großes Auto, auch wenn man natürlich noch elektrische Energie nachladen und die Kosten dafür berücksichtigen muss.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
TDI-Fahrer haben solche Rechenaufgaben nicht zu lösen, sondern genießen einfach das kräftige Drehmoment (ebenfalls 400 Nm im 147 kW/200-PS-Modell) und freuen sich über einen 66-Liter-Tank, der – zumindest theoretisch – für 1.269 Kilometer reicht.
Sowohl im E-Hybrid als auch im TDI kann sich der Arteon-Fahrer in die Hände des Travel Assist begeben. Dieses System kombiniert Assistenzsysteme wie den Abstandsregeltempomat, das automatische Spurhalten und den Notbremsassistenten und arbeitet bis zu einem Tempo von 210 km/h daran, die lange Autobahnfahrt entspannter und sicherer zu machen. Durch Navigationssystem und Verkehrszeichenerkennung weiß das Auto dabei auch, wo es ist. Tempolimits werden sehr zuverlässig erkannt und exakt umgesetzt – wem das zu streng ist, der kann das System natürlich auch per Gaspedal oder Taste im Multifunktionslenkrad überstimmen.
Auch wenn sehr große Räder (bis 20 Zoll) im Angebot sind: Die Straßenlage des überarbeiteten Arteon ist bei aller Direktheit eher komfortabel abgestimmt. Auf engen Landstraßen lohnt es sich, das DCC-Menü aufzurufen und individuell nachzujustieren: Lenkung auf „Normal“ und Dämpfung in Richtung „Sport“ wäre ein Tipp, um noch etwas geschmeidiger durch die Kurven zu kommen.
Insgesamt entsteht am Ende der Testfahrten der Eindruck, dass VW mit dem Arteon konsequenter als zuvor in Richtung Premiumauto gegangen ist. Ob die Kunden da mitgehen, bleibt abzuwarten, auch weil die Arteon-Preise nicht von Pappe sind. Vor allem dem attraktiven Shooting Brake wäre aber eine Sichtbarkeit auf den Straßen zu wünschen.