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Elektromobilität 25 Wasserstoffbusse für deutsche Verkehrsverbünde

| Autor: Thomas Günnel

Die Wasserstoff-Brennstoffzelle ist eine Alternative zu batterieelektrischen Fahrzeugen und vor allem in Nutzfahrzeugen sinnvoll. In Deutschland fahren bald einige der Modelle mehr.

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Der polnische Bushersteller Solaris liefert weitere Wasserstoff-Busse nach Deutschland.
Der polnische Bushersteller Solaris liefert weitere Wasserstoff-Busse nach Deutschland.
(Bild: Solaris)

Batterieelektrische Nutzfahrzeuge sind energetisch wegen ihres großen notwendigen Akkus nicht sinnvoll. Eine gute Alternative ist die Wasserstoff-Brennstoffzelle. Der polnische Bushersteller Solaris hat einen entsprechend ausgerüsteten Bus in seiner Modellpalette – für den sich jetzt zwei weitere Verkehrsverbünde in Deutschland entschieden haben: Die WSW Mobil GmbH aus Wuppertal bestellte zehn Fahrzeuge, der RVK Köln 25 des Modells „Urbino 12 Hydrogen“.

Der Brennstoffzellenstack in den Modellen hat eine Leistung von 70 Kilowatt und treibt einen Elektromotor an. Bis zu 350 Kilometer Reichweite sind laut Hersteller mit einer Tankfüllung Wasserstoff möglich. Als Puffer und zum Unterstützen der Brennstoffzellen kommt ein Akkupaket mit einer Kapazität von circa 30 Kilowattstunden zum Einsatz. Geladen werden die Akkus von der Brennstoffzelle und mit der beim Bremsen umgewandelten Energie.

Wasserstofftanks auf dem Dach

Die Wasserstofftanks sind auf dem Dach der Busse montiert, der Wasserstoff lagert hier in gasförmigem Zustand bei rund 350 Bar in fünf Behältern „der neuen Generation“. Im Detail beschreibt Solaris die Speicher als „Satz von Gasbehältern Typ 4 aus Verbundstoff, die längsseits über der ersten Achse platziert wurden, ein Volumen von 1.560 Litern haben und 37,5 kg Wasserstoff speichern können.“

Der italienische Betreiber SASA Bolzano hat bislang ebenfalls zwölf Fahrzeuge bestellt, mit ähnlichen Parametern wie die von der WSW Mobil georderten Modelle. Beide Bestellungen will Solaris bis zum Jahr 2021 abwickeln, die ersten Fahrzeuge sollen noch in diesem Jahr zu den Kunden rollen. Weitere wasserstoffbetriebene Busse des Herstellers fahren bereits in Hamburg und Riga, hier allerdings mit Wasserstoff-Brennstoffzelle als Range Extender.

Weitere Brennstoffzellen-Nutzfahrzeuge

Auch andere Hersteller arbeiten an wasserstoffbetriebenen Nutzfahrzeugen. Toyota und der amerikanische Lkw-Hersteller Kenworth zum Beispiel haben einen Brennstoffzellen-Lkw entwickelt , der bereits kommerzielle eingesetzt wird. Hyundai liefert seit diesem Jahr Brennstoffzellen-Lkw in die Schweiz, gleichzeitig arbeiten mehrere Unternehmen und der Förderverein H2 Mobility Schweiz an der entsprechenden Infrastruktur.

Der portugiesische Bushersteller Caetano nutzt in seinem Brennstoffzellen-Bus „H2.City Gold“ die Technik des Toyota Mirai und will den Bus ab Mitte dieses Jahres in Serie fertigen. Ab dem Jahr 2022 will zudem Daimler einen Brennstoffzellenbus bauen, basierend auf dem vollelektrischen Stadtbus E-Citaro.

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Über den Autor

 Thomas Günnel

Thomas Günnel

Redakteur/Fachjournalist, Redaktion AUTOMOBIL INDUSTRIE