Suchen

Registrierungspflichtiger Artikel

Im Interview: Tobias Bahnemann

3-D-Ultraschall-Sensoren: Prinzip Fledermaus

| Autor/ Redakteur: Christian Otto / Thomas Günnel

Tobias Bahnemann, einer der drei Gründer des 3-D-Ultraschall-Sensorentwicklers Toposens, spricht mit »Automobil Industrie« über die Analogie des Produkts zum Orientierungssystem der Fledermaus, das Interesse der Automobilindustrie und den Kostenvorteil gegenüber bestehenden Systemen.

Firmen zum Thema

Tobias Bahnemann ist einer der drei Gründer des 3-D-Ultraschall-Sensorentwicklers Toposens.
Tobias Bahnemann ist einer der drei Gründer des 3-D-Ultraschall-Sensorentwicklers Toposens.
(Bild: Toposens)

Wir kommen mit einer grundlegend neuen Applikation auf den Markt. Das liegt insbesondere an der Software. Die bisher von uns verwendeten Hardwarekomponenten sind hingegen Standard. Wir sind also im eigentlichen Sinne keine Sensorikspezialisten. Vielmehr verstehen wir, wie man mit sehr intelligenter Embedded-Software ein Produkt aufbauen kann, das es ermöglicht, aus Ultraschalldaten, das heißt Echos, 3-D-Karten beziehungsweise 3-D-Punktfolgen zu generieren.

Bei der Produktbeschreibung verweisen Sie darauf, wie sehr Ihr Sensor dem Orientierungssystem der Fledermaus ähnelt. Ist er ihm wirklich nachempfunden?

Wir haben nicht danach gesehen, wie sich die Fledermaus orientiert. Aber bis auf kleine Unterschiede haben wir ungeplant und somit überraschenderweise genau dieses Prinzip abgebildet. Wir haben also einen Sender, der Schall aussendet, so wie das Stimmorgan der Fledermaus. Der Schallimpuls liegt sogar in einem ähnlichen Frequenzspektrum. Die Umgebungseffekte reflektieren den Schall wiederum zurück. Die Fledermaus hat für die Schallaufnahme Ohren und bewegt sich. Wir haben durch unsere Mikrofone zwar auch Ohren, allerdings bewegen wir sie nicht. Die Funktionalität des Fledermausgehirns haben wir durch einen Chip abgebildet und die Verarbeitung der Echodaten in 3-D-Positionsdaten durch den Algorithmus. Die Orientierung der Fledermaus ist einfach eine sehr passende Analogie.

Über den Autor

 Christian Otto

Christian Otto

stellvertretender Chefredakteur, AUTOMOBIL INDUSTRIE