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Fahrerassistenzsysteme ADAC fordert schärfere Regeln für Lkw-Notbremsassistenten

| Redakteur: Thomas Günnel

Der ADAC hat aktuelle Notbremsassistenten in Lkw getestet. Die Systeme übertreffen die gesetzlichen Regelungen deutlich – diese sollen deshalb schärfer ausgelegt werden.

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Der ADAC hat aktuelle Notbremssysteme für Lkw getestet.
Der ADAC hat aktuelle Notbremssysteme für Lkw getestet.
(Bild: ADAC)

Auffahrunfälle von Lkw gehören zu den schwerwiegendsten Unfallszenarien im Straßenverkehr. Bislang schreibt der Gesetzgeber eine Verringerung der Aufprallgeschwindigkeit auf ein stehendes Hindernis von nicht weniger als zehn Kilometern pro Stunde vor – ausgehend von der vorher gefahrenen Geschwindigkeit. Ab Ende des Jahres 2018 sollen es mindestens 20 km/h sein. Aktuelle Notbremsassistenten übertreffen diese Forderung bereits deutlich, weshalb der ADAC schärfere gesetzliche Regelungen fordert. In einem Test prüfte der Automobilclub aktuelle Lkw-Notbremsassistenten von drei Herstellern. Die Systeme von Volvo, MAN und Mercedes stoppten dabei zuverlässig vor den Hindernissen – vor beweglichen und stehenden. Weil es in den Tests zu keiner Fehlauslösung kam, sieht der Club keinen Grund dafür, dass sich der Notfallassistent abschalten lässt. Die Forderung lautet entsprechend: Die Assistenten sollen sich nicht mehr deaktivieren lassen oder sich nach manueller Deaktivierung wieder selbstständig zuschalten.

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Stufenweises Eingreifen

Beim Test ließen die ADAC-Ingenieure drei aktuelle Lkw-Modelle mit 80 Stundenkilometern auf eine vorausfahrende beziehungsweise stehende Pkw-Attrappe zusteuern. Nähert sich der Lkw bis auf 80 Meter, lösen die Sensoren eine Notfallkaskade aus: Im Armaturenbrett leuchtet ein Warnsignal, zusätzlich ertönt ein Warnton. Reagiert der Lkw-Fahrer nicht, erfolgt beim Abstand von 55 Metern eine Teilbremsung und schließlich – bei 30 Meter Abstand – die Vollbremsung. Alle drei Lkw stoppten rechtzeitig vor einem fahrenden Hindernis, MAN und Mercedes standen aus 80 Stundenkilometern vor dem stehenden Pkw, der Volvo nur aus 70 Stundenkilometern. Notbremsassistenten sind zum Beispiel von Continental oder ZF TRW verfügbar. Sie basieren auf Radar- und Kameraerfassung der Straße vor dem Fahrzeug.

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