Additive Fertigung Ford nimmt 3D-Druckzentrum in Köln in Betrieb

Von Thomas Günnel

Ford hat in seinem Kölner Werk ein Zentrum für 3D-Druck eröffnet. Hier entstehen zum Beispiel Montagehilfsmittel, die die Beschäftigten per App anfordern können.

Nurah Al-Haj-Mustafa, Ingenieurin für 3D-Druck bei Ford, und Rene Wolf, Geschäftsführer für Fertigung der Ford-Werke GmbH, begutachten den größten 3D-Drucker im neuen 3D-Druck-Zentrum von Ford in Köln.
Nurah Al-Haj-Mustafa, Ingenieurin für 3D-Druck bei Ford, und Rene Wolf, Geschäftsführer für Fertigung der Ford-Werke GmbH, begutachten den größten 3D-Drucker im neuen 3D-Druck-Zentrum von Ford in Köln.
(Bild: Ford-Werke GmbH)

Ford hat in seinem Werk in Köln-Niehl ein 3D-Druck-Zentrum in Betrieb genommen. Hier entstehen auf zwölf 3D-Druckern Bauteile aus Kunststoff und Metall. Für Vor- und Kleinserienfahrzeuge. Aber vor allem „Hilfsmittel und Werkzeuge für unsere Fertigungsbereiche“, sagt Nurah Al-Haj-Mustafa, Ford-Ingenieurin für 3D-Druck.

Beispiele sind Messlehren, Schablonen zum Befestigen des Ford-Logos oder massive Greiferkonstruktionen als Aufsätze für Roboter im Karosserie-Rohbau. Die mögliche Größe und das Gewicht der gedruckten Bauteile variieren zwischen wenigen Zentimetern und 30 Gramm – bis zu 2,40 Meter lang, 1,20 Meter breit und einen Meter hoch, bei bis zu 15 Kilogramm

Bei kleinen Stückzahlen spare Ford so bis zu 80 Prozent gegenüber herkömmlichen Spritzgussverfahren, erklärt Al-Haj-Mustafa. Außerdem benötige der 3D-Druck deutlich weniger Material – und das lässt sich geschreddert als Granulat wiederverwenden. Gemeinsam mit der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen arbeitet das Ford-Forschungszentrum in einem Pilotprojekt zum Recycling von Granulat für den 3D-Druck.

Werkzeug anfordern per App und mit eigenem Bild

Besonders am 3D-Druck-Zentrum in Niehl ist „die Vernetzung mit den anderen Bereichen und der niedrigschwellige Zugang. Über eine App kann jeder Ford-Beschäftigte einen Antrag stellen“, beschreibt Oliver Färber. Er Leitet das Motorenwerk und das 3D-Druckzentrum. Seine Kolleginnen und Kollegen können eine eigene Zeichnung des gewünschten Teils anfügen oder beschreiben, für was sie es benötigen. „Wir verfolgen einen Start-Up-Ansatz mit kurzen Wegen und wenig Bürokratie“, sagt Färber. Die beantragten Teile konstruiert das 3D-Druck-Team, „so können sie sehr schnell hergestellt werden“.

Ein konkretes Beispiel ist ein Türkantenschutz. Die Werker in der Montage testen ihn derzeit. Außerdem eine ergonomisch verbesserte Einbauhilfe für Airbags. Für die künftige Produktion des ersten E-Modells „made in Cologne“ entstehen ebenfalls Teile im 3D-Druckzentrum: Für das neue Türentransportsystem sind es 1.800 Stoßschutzvorrichtungen. Sie schützen die Türen beim Transport an die Linie.

Der Druckprozess im Zeitraffer

3D-Druck in Köln seit den Neunzigerjahren

Das 3D-Druck-Verfahren nutzt Ford in Köln schon seit den Neunzigerjahren. Damals druckten Ingenieure im Entwicklungszentrum Merkenich Bauteile für Testfahrzeuge und Prototypen. Im Ford-Forschungszentrum in Aachen entstand im Jahr 2019 das größte Metallteil, das bis dahin per 3D-Druck entstanden war: eine Ansaugbrücke aus Aluminium für den Motor eines vom kürzlich verstorbenen Ken Block umgebauten Ford F-150.

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