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Coronakrise Analyse: Autoindustrie frühestens 2022 auf Vorkrisenniveau

| Autor: Sven Prawitz

Alix Partners sieht für Europa und den USA keinen schnellen Hochlauf der Autoindustrie. Ein Studie der Berater beschreibt zwei Szenarien – beide mit schwerwiegenden Folgen für die Branche.

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So voll stehen die Bänder bei den Zulieferern momentan nicht. Der stark zurückgegangene Neuwagenabsatz sorgt für Produktionsstopps in der Autoindustrie.
So voll stehen die Bänder bei den Zulieferern momentan nicht. Der stark zurückgegangene Neuwagenabsatz sorgt für Produktionsstopps in der Autoindustrie.
(Bild: Benteler )

In China läuft die Produktion von Fahrzeugen und deren Komponenten fast so schnell wieder an, wie sie gestoppt wurde. Im Mai könnte die Autobranche dort wieder das Niveau vor dem Ausbruch des Coronavirus erreichen, zitiert die „Wirtschaftswoche“ aus einer Studie des Beratungsunternehmens Alix Partners.

Diesen Best Case haben die Studienautoren sowohl für Europa als auch für die USA aus ihrem Report gestrichen. Die USA sei zu hart getroffen von der schnellen Ausbreitung des Virus. In Europa führe der stark unterschiedliche Verlauf der Pandemie zu monatelangen Störungen der länderübergreifenden Lieferketten. Das Beratungsunternehmen geht momentan von zwei Szenarien für die Automobilindustrie in den USA und Europa und den aus – im besten Fall sei die Branche erst im Jahr 2022 wieder auf dem Vorkrisenniveau.

Szenario 1: Optimismus für die Branche

Im ersten Szenario geht Alix Partners laut Wirtschaftswoche von einer globalen Rezession im Jahr 2020 aus. Der Absatz von Autos gehe in der Folge weltweit um 16 bis 21 Prozent zurück. In dieser Betrachtung läuft die Produktion in Europa und den USA im Mai wieder an. Es kommt nur vereinzelt zu Problemen in der Lieferkette. Spätestens im Juni müssten die Kunden wieder in die Autohäuser kommen. In der Folge würden europäische OEMs in diesem Jahr keine Gewinne einfahren.

Szenario 2: Lange Rezession mit vielen Insolvenzen

Im schlechteren Fall erleben wir „eine längere Rezession mit einem Minus von 22 bis 27 Prozent im laufenden und schwacher Erholung im nächsten Jahr, wenn man die Pandemie nicht schnell unter Kontrolle bringt“, zitiert das Wirtschaftsmagazin den Studienautor und Managing Director der Beratung, Elmar Kades.

Ein dreimonatiger Produktionsstopp und monatelang ausbleibende Kunden führten in dieser Betrachtung bei Neuwagen zu einem Absatzrückgang in Europa von 30 Prozent. Viele Insolvenzen und nachhaltig unterbrochene Lieferketten wären die Folge.

„Frühstens 2022 wird wieder Vorkrisenniveau erreicht“, sagte Kades der Wirtschaftswoche. Für ihn ein weitaus stärkerer Einbruch der Automobilwirtschaft als nach der Finanzkrise von 2008.

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 Sven Prawitz

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Technikjournalist