Automobilmarkt Analyse zum Absatz im Corona-Jahr: Premium gewinnt

Redakteur: Svenja Gelowicz

Die Volumenhersteller müssen deutlich mehr Einbußen hinnehmen als Premiumanbieter – allerdings gilt das in China nicht für jede Marke.

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(Bild: Tesla)

Die Absatzstatistiken des Corona-Jahrs zeigen insgesamt nach unten – beim Blick auf E-Fahrzeuge und auch beim Vergleich von Volumenherstellern und Premiumanbietern zeigen sich dennoch große Unterschiede.

Schaut man auf den deutschen Markt, so ist dieser im vergangenen Jahr um gut 19 Prozent im Vergleich zu 2019 eingebrochen. Daran sind vor allem die Volumenmarken Schuld, wie eine Analyse der Automobilberatung Berylls zeigt. Ford und Opel konnten demnach hierzulande je rund ein Drittel weniger Fahrzeuge verkaufen.

VW hat ein Minus von 21 Prozent, dicht gefolgt von Audi (- 20 %). Die drei Premiumhersteller Porsche (- 16 %), BMW (- 14 %) und Mercedes-Benz (- 11 %) schnitten besser ab. Der japanischer Hersteller Toyota liegt bei einem Minus von neun Prozent, hatte allerdings 2019 auch ein vergleichsweise schwaches Jahr.

Tesla in Deutschland stark

Tesla geht dagegen gestärkt aus dem Krisenjahr hervor und belegt in den deutschen Gesamtzulassungen mittlerweile einen Platz in den Top 25. „Der Grund sind nicht zuletzt die E-Auto-Förderprämien, die allen Herstellern von E-Autos Ende 2020 in die Karten gespielt haben – jedenfalls jenen, die entsprechende Fahrzeuge in ausreichender Stückzahl liefern konnten“, sagt Jan Burgard, geschäftsführender Partner bei Berylls Strategy Advisors.

Schaut man sich direkt die Modelle der Hersteller an, erzielten der Audi Q3, die BMW Dreier-Reihe oder der Mercedes CLA Zuwächse, während sich die größeren Geschwister Audi Q5, BMW Fünfer und Mercedes C-Klasse schlechter verkauften als im Vorjahr.

Premiumhersteller in China

In China gingen die Zulassungszahlen insgesamt nur um zwei Prozent zurück. Die deutschen Hersteller Audi (+ 5 %), BMW (+ 7 %) und Mercedes-Benz (- 11 %) haben dabei zugelegt, die chinesische Premiummarke Nio ist sogar um 112 Prozent gewachsen.

Den Premiumtrend haben chinesische OEMs längst erkannt. „Sie kreieren beziehungsweise relaunchen daher Premium-Submarken wie Lynk & Co und Geometry als Edeltöchter von Geely oder Hongqi von FAW. Andere Konzerne werten vorhandene Volumenmarken auf, wie Wuling und Baojun von SGMW oder stellen neue Premiummodelle vor, wie Xpeng P7 Wing oder Weltmeister EX6 Plus“, so Automobilexperte Burgard.

Premiumhersteller in China

Wie in Deutschland, lief es auch in China für viele Volumenmarken auf ein Minus hinaus. Volkswagen kommt mit einem Minus von fünf Prozent noch mit einem blauen Auge davon. Hyundai hingegen büßt rund ein Drittel seiner Verkäufe ein, Skodas Zahlen verringern sich sogar um knapp 38 Prozent. Nicht ganz so hart werden BYD (- 10 %) und Chery (- 4 %) getroffen.

Anders als in Deutschland, gehören in China aber auch einige Volumenmarken zu den Gewinnern: Changan wächst um 20 Prozent, Weltmeister sogar um 33 Prozent. „Wir erwarten allerdings, dass es die Volumenmarken im chinesischen Markt künftig zunehmend schwerer haben werden, denn der Trend zum Premiumauto beschleunigt sich. Nicht zuletzt durch die kürzlich bekannt gegebenen neuen Kooperationen wie die Huawei-Changan-CATL-Allianz oder die Partnerschaft von SAIC mit Alibaba. Diese neuen Player wollen vor allem hochwertige E-Autos bauen und sie besitzen sowohl die Technologie wie die Finanzmittel, um gegen die etablierten Marken anzutreten.“

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