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Sicherheit Aptiv: Neue Technologie schützt Kinder im Auto vor Hitzschlag

| Redakteur: Lena Bromberger

Der Automobilzulieferer Aptiv hat ein System entwickelt, das Kinder im geschlossenen Auto besser vor Hitze schützen soll. Die eingesetzten Sensoren können selbst durch Bettdecken hindurch die Atmung oder den Puls eines Säuglings erkennen.

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Das neue Aptiv-Technologiezentrum in Las Vegas.
Das neue Aptiv-Technologiezentrum in Las Vegas.
(Bild: Aptiv)

Es ist der schlimmste Alptraum eines Elternteils: ein Kind versehentlich in einem heißen Auto zurückzulassen. In Deutschland werden diese Vorfälle statistisch nicht erfasst. In den USA hingegen ist die Datenlage besser; laut Aptiv sind in den vergangenen zwei Jahren dort mehr als 50 Kinder durch einen Hitzschlag im Fahrzeug ums Leben gekommen.

Das neue System von Aptiv soll dem nun entgegenwirken. Es kann nach eigenen Angaben Säuglinge, Kleinkinder oder sogar die Anwesenheit von Haustieren im Auto feststellen. Durch die Kombination aus fortschrittlichen Sensoren und ausgeklügelter Software könne es selbst durch Bettdecken hindurch die Atmung oder den Puls eines Säuglings erkennen. Doch damit das neue Warnsystem auch angenommen wird, gelte es falsch-positive Ergebnisse zu vermeiden. Das System muss genau beurteilen können, wann ein Kind im Fahrzeug ungewollt zurückgelassen wird. Sonst würde es nach einigen Fehlalarmen nicht mehr wahrgenommen. Laut Aptiv gibt es unterschiedliche Möglichkeiten der Objekterkennung im Fahrzeug, beispielsweise können Algorithmen zur Objektklassifizierung mit Hilfe einer Kamera ein Baby, einen Autositz oder andere Gegenstände identifizieren, die möglicherweise zurückgelassen wurden, wie etwa eine Handtasche oder ein Mobiltelefon.

Nach Angaben des Zulieferers könnte das Fahrzeug eine Reihe von Maßnahmen ergreifen, wenn ein Kleinkind, ein älteres Kind oder ein Haustier vom System als „vergessen“ klassifiziert wird. Derzeit werden Maßnahmen von Euro NCAP ausgewertet. Demzufolge sei es am naheliegendsten, die Hupe oder den Autoalarm zu betätigen und die Warnblinkanlage für mehrere Sekunden aufblinken zu lassen und zu verhindern, dass die Türen verriegelt werden. Wenn niemand das Kind nach der ersten Warnung zurückholt, könnte das System die Warnung eskalieren und die akustischen und visuellen Alarme jede Minute für 15 Sekunden wiederholen. Wenn danach immer noch keine Reaktion erfolgt, könnte das Fahrzeug eine Textnachricht senden oder einen Telefonanruf an eine registrierte Nummer tätigen. Handelt es sich um ein Elektrofahrzeug, könnte sich sogar die Klimaanlage einschalten, um den Innenraum kühl zu halten, oder die Fenster herunterlassen, wenn die Umgebungsbedingungen dies erfordern.

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