Smart Factory Audi nutzt RFID-Tags für durchgängige Identifikation der Fahrzeuge

Redakteur: Thomas Günnel

Welches Fahrzeug ist auf der Linie, welche Ausstattung bekommt es? Um seine Autos in der Produktion zu identifizieren nutzt Audi in Neckarsulm RFID-Technik – im gesamten Produktionsprozess.

Firmen zum Thema

Audi vernetzt seine Fertigung am Standort Neckarsulm vollständig mit RFID-Tags.
Audi vernetzt seine Fertigung am Standort Neckarsulm vollständig mit RFID-Tags.
(Bild: Audi)

Manchmal funktioniert Digitalisierung mit einfachen Werkzeugen: Audi nutzt an seinem Standort Neckarsulm RFID-Tags, um die Fahrzeuge im Produktionsprozess zu identifizieren. Bisher aber nur in Teilbereichen der Montage oder im Karosseriebau. Das ändert sich jetzt: Die Tags kommen gewerkeübergreifend im gesamten Produktionsprozess zum Einsatz.

Dazu erhält jedes am Standort gefertigte Auto beim ersten Fertigungsschritt im Karosseriebau einen RFID-Datenträger, bestehend aus einem Chip und einer Antenne. Die Chips enthalten eine Identifikationsnummer. Per Lesegerät lassen sich so in den Produktionsbereichen Informationen zum Fahrzeug auslesen: Karosserieform, Lackierung, Motorisierung oder Ausstattung des Fahrzeugs. Bisher waren dafür unterschiedliche Systeme im Einsatz, teilweise Dokumente aus Papier – keine Chance, alle Gewerke zu vernetzen.

Ein weiterer Profiteur der Technik: die Logistik. Sie nutzt die Tags, um die Autos zu identifizieren und zu lokalisieren. Die Daten können unter anderem von einer Drohne erfasst werden. Sie überfliegt dafür die Fahrzeugversandflächen autonom. Um eine vollvernetzte Fabrik zu erreichen, will Audi die RFID-Technik in den kommenden Jahren zum Standard in allen Gewerken seiner Werke erheben.

Vorentwicklung in Neckarsulm

Der Standort Neckarsulm soll zudem Entwickler und Vorreiter sein für die „Digitale Produktion und Logistik“ im Volkswagen-Konzern. Die entsprechenden Kompetenzen sind bereits vorhanden, in der Böllinger Höfen entsteht der E-Tron GT in einem hochautomatisierten Werk.

Bildergalerie

Die erste Neuheit ist hier schon im Einsatz: „On Metal Tags“. Das sind weiterentwickelte RFID-Tags. Hintergrund: Bisherige RFID-Datenträger dürfen nicht direkt an der Karosserie anliegen, da sie die Kommunikation zwischen Tag und Lesegerät stört, ein Abstandhalter ist notwendig.

Beim On Metal Tag kann dieser entfallen: Der neuartige Datenträger nutzt den direkten Kontakt zwischen Fahrzeug und Tag zugunsten der Übertragungsqualität, indem die Karosserie des E-Tron GT als erweiterte Antenne dient. Diese Tags sollen künftig im gesamten VW-Konzern Standard sein.

(ID:47116432)