Neue Modelle

Audi SQ7 TDI: Sportler mit drei Ladern

| Autor / Redakteur: Wolfgang Pester / Claus-Peter Köth

Turboloch ade!

Wenn Last und Drehzahl steigen, öffnet das AVS das jeweils zweite Auslassventil. Dadurch wird der zweite Abgasturbolader angeströmt und dazugeschaltet. In diesem Biturbo-Betrieb erreicht der Motor seine maximale Leistung. Die Umschaltung durch das AVS ermöglicht eine schnelle und präzise Zuschaltung der zweiten Abgasturbine. Das i-Tüpfelchen ist der gemeinsam mit dem Zulieferer Valeo entwickelte elektrisch angetriebene Verdichter (EAV). Er beatmet im unteren Drehzahlbereich ab 1.000 U/min die Zylinder und gewährleistet in Kooperation mit den zwei Turboladern so die hohe Anfahrdynamik des SQ7 – Fazit: Turboloch ade. Der weltweit erstmals in einem Serienmotor zum Einsatz kommende elektrisch angetriebene Verdichter ist in der Ansaugluftstrecke hinter dem Ladeluftkühler nah am Motor platziert. Da der EAV keine Abgasenergie zur Beatmung der Zylinder benötigt, kann er jederzeit eingesetzt werden. So komprimiert und liefert der EAV in weniger als einer Viertelsekunde die notwendige Luftmasse in die Zylinder zur dynamischen Kraftentfaltung des V8 TDI. Dabei arbeitet sein Verdichterrad mit einer Drehzahl, die 70.000 U/min erreichen kann. Für diesen Kraftakt verbraucht der EAV maximal 7 kW Leistung, die das 48-Volt-Teilbordnetz bereitstellt.

48-Volt-Teilbordnetz und Wankstabilisierung

Ohne die 48-Volt-Batterie mit 470 Wh Energieinhalt gäbe es im SQ7 TDI keinen elektrisch angetriebenen Verdichter. Die sogenannte Spitzenleistung von 13 kW ist mit einer herkömmlichen Starterbatterie nicht zu realisieren. So kann beispielsweise die größte 12-Volt-Bleibatterie bei Audi während der Fahrt nur 2 kW bis 3 kW bereitstellen. Deshalb gibt es beim SQ7 TDI ein 48-Volt- und ein 12-Volt-Bordnetz. Das 48-Volt-Teilbordnetz ist auch für die dritte Weltneuheit im SQ7 Voraussetzung: die gemeinsam mit Schaeffler entwickelte elektromechanische aktive Wankstabilisierung, kurz EAWS. Sie erhöht den Fahrkomfort und die Sportlichkeit des SQ7. Gegenüber der konventionellen hydraulischen Wankstabilisierung bringt die EAWS mehr Kraft auf, arbeitet schneller und ist schon bei niedriger Geschwindigkeit aktiv.

Beim EAWS trennt ein kompakter E-Motor mit einem dreistufigen Planetenradgetriebe die beiden Hälften des Stabilisators. Gemeinsam mit dem Getriebe bringen die E-Motoren stufenlos ein Moment bis 1.200 Nm auf und brauchen dafür bis zu 3 kW Leistung. Damit werden bei unebener Fahrbahn die Rohrhälften aktiv voneinander entkoppelt und der Fahrkomfort gesteigert. Bei sportlicher Fahrweise werden die Rohrhälften zusammengeschaltet und gegeneinander verdreht. Das reduziert deutlich die Seitenneigung der Karosserie – die sogenannte Wankbewegung. Damit bewältigt der SQ7 eine höhere Querbeschleunigung und bietet mehr Sicherheit bei Kurvenfahrten.

Dies und die Allradlenkung in Verbindung mit sportlich direkter Vorderachslenkung bestimmen laut Audi die ausgeprägte Fahrdynamik und Handlichkeit. Bei der Allradlenkung schlagen die Hinterräder bis zu fünf Grad ein. Sie erleichtert das Parken. Die direktere Vorderachs-Lenkübersetzung steigere die Fahrdynamik. Je nach Situation lenken Hinterräder gegen- oder gleichsinnig zu den Vorderrädern mit und steigern so Dynamik und Stabilität. Alle relevanten Fahrwerksfunktionen bündelt ein zentrales Steuergerät. So lassen sich laut Entwickler die jeweiligen Funktionen untereinander optimal vernetzen und abstimmen.

Fahrerassistenz überall

Zahlreiche Assistenzsysteme bestimmen Sicherheit, Komfort und Fahrspaß. Audi bietet in allen Modellen der Q7-Baureihe nach eigenen Angaben das größte und aktuellste Angebot an Fahrerassistenzsystemen, Connectivity und Infotainment am Markt: insgesamt 24 Systeme. Nicht alle gehören zur Serienausstattung des SQ7 TDI. Dieser startet in Deutschland ab 89.900 Euro. Er wird als Fünf- und Siebensitzer angeboten. Die Grundausstattung sei um 10.000 Euro höherwertiger als das Q7-Basismodell, so Audi. Bei den angebotenen Sonderausstattungen prescht der Fahrzeugpreis analog zum Beschleunigungsvermögen des SQ7 TDI allerdings blitzschnell über die 100.000-Euro-Linie.

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