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Leichtbau bei Ford Auf Henry Fords Spuren

| Autor / Redakteur: Jens Meiners / Christian Otto

Um Leichtbau in einer Fahrzeugarchitektur über eine Vielzahl von Derivaten zu etablieren, genügt es längst nicht mehr, sich auf klassische Testprozeduren zu verlassen. Enge Zeitvorgaben, Kostendruck und Sicherheitserfordernisse zwingen zum massiven Einsatz von Simulationswerkzeugen, sagte Ford-Entwickler Dr. Horst Lanzerath auf dem Leichtbau-Gipfel in Würzburg am 26. Februar 2013.

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Der Ford-Entwickler Dr. Horst Lanzerath sprach beim Leichtbau-Gipfel über den Einsatz von Simulationswerkzeugen.
Der Ford-Entwickler Dr. Horst Lanzerath sprach beim Leichtbau-Gipfel über den Einsatz von Simulationswerkzeugen.
(Foto: Stefan Bausewein)

„Wir müssen neue Lösungen optimieren, so dass sie möglichst nahe an der Grenze der Materialausnutzung liegen“, beschreibt Lanzerath vom Forschungs- und Entwicklungszentrum in Aachen die Herausforderungen: „Und das ist nur dann möglich, wenn man neben erfahrenen CAE-Analysten (CAE = Computer Aided Engineering) auch das entsprechende Handwerkszeug zur Verfügung hat.“ Gemeint sind damit Simulationswerkzeuge, die nicht nur die Herstellungsprozesse einbeziehen, sondern auch eventuelles Materialversagen zuverlässig abbilden können. „Das vermeidet große Überraschungen bei den Prototypentests“, sagt der Ford-Ingenieur.

Gewichtseinsparung beim Volumenprodukt Focus

Als Beispiel für die erfolgreiche Umsetzung derartiger Simulationen nennt er den Einsatz von Magnesium bei der Hecktür des Luxus-Crossovers Lincoln MKT, womit stolze neun Kilogramm Gewicht pro Fahrzeug eingespart werden. Und bei der dritten Generation des Kompaktwagens Focus konnte das Gewicht der Karosserie vor allem durch präzise Simulationstechnik, und trotz gestiegener Anforderungen an Sicherheit und Komfort (NVH), sogar unter das Niveau des Vorgängermodells gedrückt werden.

Leichtbau ist bei Ford auch bei solchen Produkten ein Thema, bei denen man es nicht unbedingt vermutet. So wird in der amerikanischen Pickup-Baureihe F-150 ein gigantisches Kontingent an Aluminium-Motorhauben verbaut. Lanzerath erblickt ein kontinuierliches Element: „Schon Henry Ford war immer auf der Suche nach leichteren Lösungen.“

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