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Automarken in den USA: Fehler wiegen schwer

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Isuzu verschwand vom US-Markt

Dass Geländewagen schneller umkippen als tiefliegende Personenwagen, ist der Physik geschuldet – was Behörden und Verbraucherschützer nicht daran hinderte, Modelle wie den Suzuki Samurai und den Isuzu Trooper, in Deutschland als Opel Monterey verkauft, an den Pranger zu stellen. Die Auswahl scheint dabei eher dem Zufallsprinzip zu folgen, doch die Empörung schlug hohe Wellen, das Markenimage von Suzuki blieb lange beschädigt, während Isuzu komplett verschwand.

Der Ford Explorer und die Firestone-Reifen

Einer ähnlichen Kampagne sah sich auch der beliebte Geländewagen Ford Explorer zum Opfer gefallen: Reifenplatzer hätten zu zahlreichen Unfällen geführt; dass der Reifendruck dabei meist viel zu niedrig war, wurde unterschlagen. Hätte man nicht einen Südenbock in Form des traditionsreichen Reifenherstellers Firestone gefunden, wäre die Erfolgsgeschichte des Explorer eine kurze geblieben. Dafür wurde die Marke Firestone praktisch irreparabel beschädigt.

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Zielscheibe Toyota und Lexus

Selbst das Liebkind der Verbraucherschützer, die Marke Toyota mit ihrem noblen Ableger Lexus, konnte ihren Ruf nur mit Mühe verteidigen. Man versuchte, den Japanern aus einem Unfall einen Strick zu drehen, bei dem sich eine von einem Händler installierte Fußmatte unter dem Gaspedal verheddert hatte. Zynikern fiel damals auf, dass die Kampagne erheblich an Schwung verlor, nachdem Toyota eine Fabrik im kalifornischen Fremont zu bemerkenswert günstigen Konditionen an Tesla weitergereicht hatte. Für Toyota und Lexus ging die Sache noch einmal gut aus - was man nicht vom Dieselmotor behaupten kann, dessen Verkaufszahlen während der Energiekrise der frühen 80er-Jahre einsame Höhen erklommen.

Alte Diesel-Vorurteile

Dies, obwohl die hastig auf den Markt geworfenen Aggregate der Platzhirsche GM und Ford eher Nutzfahrzeug-Niveau besaßen – abgesehen von der mangelnden Standfestigkeit. Und so ließ der US-Markt den Diesel nur wenige Jahre später fallen wie eine heiße Kartoffel. Die Vorurteile, denen sich das Antriebskonzept noch heute gegenübersieht - „laut, langsam, schmutzig“ - rühren allesamt aus jener Zeit, in der die Selbstzünder tatsächlich weit vom Antriebskomfort der Ottomotoren entfernt waren. Und es sind jene Vorurteile, die auch noch 30 Jahre später als Grundierung der Diskussion dienen, in deren Zentrum sich der VW-Konzern heute sieht.

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