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Klassische Fahrzeuge Automobilfriedhof: Ruhe in Rost

| Autor / Redakteur: SP-X/Adele Moser / Thomas Günnel

Oldtimerfreunden könnte bei diesem Anblick das Herz bluten: wunderbare alte Fahrzeuge, die sich selbst überlassen einfach verrotten. Doch wer die Geschichte hinter diesem Autofriedhof kennt, sieht die verwitterten Schönheiten vielleicht mit anderen Augen.

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Oldtimerfreunden könnte ein besuch des Automobilfriedhofs im Neandertal zusetzen. Doch wer die Geschichte hinter dem Autofriedhof kennt, sieht die verwitterten Schönheiten vielleicht mit anderen Augen.
Oldtimerfreunden könnte ein besuch des Automobilfriedhofs im Neandertal zusetzen. Doch wer die Geschichte hinter dem Autofriedhof kennt, sieht die verwitterten Schönheiten vielleicht mit anderen Augen.
(Foto: SP-X )

Laufsteg der Modemutigen und Flaniermeile der Schönen und Reichen – das ist die Königsallee in Düsseldorf. Auf der „Kö“ sieht man Menschen mit vollen Einkaufstüten vor penibel geputzten Schaufenstern, teuer gekleidete Damen, fröhliche Kinder in Designeroutfit und natürlich und vor allem immer wieder glitzernde Karossen, die sich bereits von weitem mit lautem Motor ankündigen. Kaum zu glauben, dass sich nur wenige Kilometer östlich dieses pulsierenden Herzens der Stadt ein ganz anderes Auto-Bild zeigt, eines, an dem so gar nichts blitzt oder funkelt. Wir fahren ins Neandertal, in dem nicht nur der Steinzeitmensch zuhause ist. An einer verlassenen Straße bildet ein fast verstecktes und unscheinbares Tor den Eingang zu einer anderen Welt. Einem Paradies für Oldtimerenthusiasten mit dickem Fell, aber die Hölle für Q-Tip-Felgenputzer und Polsterreinigungs-Fanatiker. Auf einem nur scheinbar gänzlich verlassenen, bewaldeten Stück Land , das einem kitschigen Gemälde entsprungen sein könnte, liegt ein Autofriedhof. Und was für einer.

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Keine Spur vom einstigen Glanz

Passiert man das Tor und traut sich in den Wald hinein, stolpert man nach einigen Metern regelrecht über die ersten Fahrzeugleichen. Vergammelt, verrostet, zusammengesackt und verformt. Viele sind ausgeschlachtet, andere tragen noch die komplette Verglasung und haben alle Instrumente. Funktionstüchtig ist nichts mehr. Die heil gebliebenen Fensterscheiben sind milchig und erschweren neugierige Blicke ins Innere, die Reifen – falls vorhanden – sind tief in der Erde versunken. Eingekeilt zwischen Bäumen werden sie von Moos, Laub und Pilzen überwuchert und wirken wie Pflanzenkübel der etwas anderen Art. Bei einem dachlosen Trabant wächst sogar schon ein Baum aus dem Innenleben hervor, schwere Äste drücken an manchen Stellen auf die dünne Blechhaut der Oldies, trübe Scheinwerferaugen schielen den Betrachter an oder hängen weit aus den Höhlen. Daneben, darunter und darüber Artgenossen mit gleichem Schicksal. Keine Spur von einstigem Glanz. Die sich im Verfall befindlichen sterblichen Überreste sind zu skurrilen Gebilden geworden, die geheimnisvoll und unheimlich, gleichzeitig aber auch faszinierend wirken.

Die Lizenz zum Verrotten

Einige Objekte haben zwar Teile ihrer bunten Lackflächen noch, dominierend sind jedoch mit grün und rost-rotbraun die Farben der umgebenden Landschaft, die langsam von den Wracks Besitz ergreift. Die Autos von damals hatten zwar massive Rahmen, jedoch garantiert keinen Korrosionsschutz, außer ein paar Chromresten ist häufig wenig übrig geblieben. Hat hier jemand das einst geliebte Blech einfach abgestellt und vergessen? Nein, das Ganze hat System und die Lizenz zum Verrotten Michael Fröhlich, Besitzer des Grundstücks und Herr über die morbiden Schönheiten. Zu seinem 50sten Geburtstag vor 14 Jahren beschenkte er sich selbst mit 50 Fahrzeugen. Alle 1950er-Baujahr, so wie er selbst. „Es ist mein eigenes Automobil-Museum, mein Automausoleum“, sagt er stolz und verdrückt beim Anblick seiner Schätze keine Träne des Bedauerns. Mittlerweile sind einige weitere End-Dauerparker dazugekommen. Sie sind (noch) besser erhalten und wirken aus der Ferne wie abgestellt, als wäre ihr Besitzer nur eben mal ausgestiegen. Kommt man näher, sieht man aber ihren wahren Zustand. Gut gehalten hat sich oftmals lediglich das Armaturenbrett, wo zum Teil sogar noch Tachonadeln erkennbar sind. Energie fließt hier allerdings längst nicht mehr.

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