Forschungsprojekt MAN demonstriert Laden mit 3.000 Ampere

Von Thomas Günnel 1 min Lesedauer

MAN hat einen Hochstrom‑Fahrzeugladepfad mit 3.000 Ampere am Prüfstand betrieben. Die Technik könnte Ladezeiten für E-Lkw deutlich verkürzen.

Die Unternehmen im Nefton-Projekt haben erstmals einen Lkw mit 3.000 Ampere Ladestrom geladen.(Bild:  MAN Truck & Bus)
Die Unternehmen im Nefton-Projekt haben erstmals einen Lkw mit 3.000 Ampere Ladestrom geladen.
(Bild: MAN Truck & Bus)

MAN hat im Förderprojekt „NEFTON 3000“ einen stabilen Ladestrom von 3.000 Ampere bei E-Fahrzeug und Prüfstandsinfrastruktur erreicht. Damit können künftig Ladeleistungen von bis zu drei Megawatt möglich sein – und in 10 bis 15 Minuten könnte Energie für 400 Kilometer Reichweite in die Akkus fließen.

Um die hohen Ladeleistungen im Megawattbereich zu erreichen, legten die Projektpartner Komponenten neu aus. Der Strompfad wurde hinsichtlich minimaler elektrischer Widerstände optimiert, um Wärmeverluste zu minimieren. 

Die Flüssigkühlung von Kabeln, Steckern und Verteilereinheiten legten die Entwickler laut MAN so aus, dass alle Bauteile im zulässigen Temperaturbereich arbeiten und die thermischen und elektrischen Anforderungen erfüllen können. Schütze und Abschaltvorrichtungen halten den hohen Schaltleistungen stand. Im Projekt ging es außerdem um eine fahrzeugtaugliche Integration, die Installation, Gewicht und Sicherheit berücksichtigt.

Batterien und Infrastruktur fehlen aktuell

Für Ladeleistungen von deutlich mehr als einem Megawatt fehlen jedoch aktuell entsprechende Batteriesysteme, deren Zellchemie, Moduldesign und elektrische Verschaltung entsprechend hohe Ströme effizient aufnehmen und verarbeiten können. Zudem fehlt die passende Infrastruktur.

Über das NEFTON-Projekt

Das Konsortium des Nefton-Projekts besteht aus MAN Truck & Bus, AVL, der Technischen Universität München, Fraunhofer ISE, Prettl Electronics Automotive, der Forschungsstelle für Energiewirtschaft und der Technischen Hochschule Deggendorf.

ein Versuchsaufbau bestehend aus elektrischen Anschlüssen und Kabeln
Ein Teil des Versuchsaufbaus an Prüfständen der Technischen Universität München und des Fraunhofer ISE Instituts in Freiburg.
(Bild: MAN Truck & Bus)

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz fördert das Projekt. Projektträger ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Im Juli 2024 stellten die Projektpartner einen MAN E-TGX mit einem Megawatt Ladeleistung vor. Nach Projektabschluss setzt die Traton Group die Arbeiten fort.

Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Weiterentwicklung seriennaher Hochstromladepfade ein. Außerdem in Untersuchungen zu bidirektionalen Funktionen und Megawatt-Laden mit bis zu 3.000 Ampere.

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