Keine Nachfrage Bericht: Mercedes stoppt Produktion des CLA L in China

Von Sven Prawitz 2 min Lesedauer

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Wegen mangelnder Nachfrage unterbricht Mercedes laut Medienberichten die Fertigung der speziell für China entwickelten Langversion CLA L.

Das Modell „CLA L“ bei seiner Weltpremiere auf der Automesse in Schanghai (2025).(Bild:  Mercedes-Benz AG)
Das Modell „CLA L“ bei seiner Weltpremiere auf der Automesse in Schanghai (2025).
(Bild: Mercedes-Benz AG)

Die Produktion des elektrischen Mercedes CLA L in China ist offenbar vorübergehend gestoppt worden. Das berichtet das Magazin Auto Motor und Sport unter Berufung auf den Markenblog mbpassion, der sich wiederum auf Industriekreise beruft. Eine offizielle Bestätigung von Mercedes-Benz gibt es demnach bislang nicht.

Als wahrscheinlichster Grund gelten die schwachen Verkaufszahlen des Modells: Im ersten Halbjahr 2026 wurden laut Bericht in China lediglich 627 Exemplare der speziell für den chinesischen Markt entwickelten Langversion verkauft. Die monatlichen Zulassungszahlen schwankten dabei stark und brachen zuletzt vollständig ein: Nach 35 Fahrzeugen im Januar und 21 im Februar stiegen die Zulassungen im März kurzzeitig auf 358 Einheiten, bevor sie im April auf 52 und im Mai auf 161 Fahrzeuge zurückfielen. Für Juni weisen die Statistiken laut dem Bericht keine einzige Neuzulassung mehr aus.

Als Hoffnungsträger gestartet

Oliver Thöne, im Mercedes-Vorstand verantwortlich für das Ressort Greater China, präsentierte auf der Auto Shanghai 2025 die technischen Daten des CLA L.
(Bild: Mercedes-Benz AG)

Der CLA L sollte Mercedes-Benz einen Neuanfang im chinesischen Elektroautomarkt ermöglichen. Das Modell basiert auf der neuen MMA-Plattform, verfügt über eine 800-Volt-Architektur und nutzt das neue Betriebssystem „MB.OS“. Für den chinesischen Markt wurde der Radstand gegenüber der europäischen Version um vier Zentimeter auf 2,83 Meter verlängert, die Gesamtlänge wuchs 4,76 Meter.

Auch technisch wurde das Modell an lokale Erwartungen angepasst: Nach dem chinesischen CLTC-Zyklus erreicht der CLA L eine Reichweite von bis zu 860 Kilometern, verglichen mit bis zu 792 Kilometern nach WLTP in Europa. Für die Softwareintegration kooperiert Mercedes in China zudem mit Bytedance, dem Mutterkonzern von Tiktok.

Schwieriges Marktumfeld für westliche Autohersteller

2025 war kein gutes Jahr für die westlichen Autobauer in China. Die deutschen Hersteller sind da keine Ausnahme. Der Absatz von Volkswagen ist in China 2025 um acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. BMW hat vergangenes Jahr in China 12,5 Prozent weniger Autos verkaufen können. Bei Mercedes-Benz war es ein Rückgang von 19 Prozent.

Laut einer aktuellen Meldung der Deutschen Presse-Agentur hat sich die Situation der Hersteller im Jahr 2026 verschlechtert: Bei Porsche sanken demnach die Auslieferungen in China im ersten Halbjahr um 32 Prozent, bei Mercedes seit Januar um 28 Prozent. Bei BMW sackte der Absatz im gleichen Zeitraum um 20 Prozent ab und bei Audi um 19 Prozent.

BMW, Mercedes und VW reagierten spät

Lange hat man vorwiegend den deutschen Marken vorgeworfen, den E-Autotrend in China zu verpassen – es fehle an attraktiven Modellen mit moderner Technik. Diese Lücke sollen die Plattformen „Neue Klasse“ von BMW und „MMA“ (Mercedes Modular Architecture) von Mercedes schließen. Volkswagen setzt hingegen auf lokal entwickelte Fahrzeuge, teilweise aus der Partnerschaft mit Xpeng.

VW ist zwar auf dem in China schrumpfenden Markt der Pkw mit Verbrennungsmotor weiterhin einer der Marktführer. Das konnte jedoch nicht das schlechteste Halbjahr der China-Dependance seit 16 Jahren verhindern.

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