Hilfsfonds für Zulieferer Bericht: Erste Planungen für Übernahmen durch Best Owner Group

Redakteur: Svenja Gelowicz

Schon in wenigen Monaten könnten erste Übernahmen von Pleitekandidaten durch den Zuliefererfonds BOG erfolgen. Nun gibt es auch weitere Details zu den Zielunternehmen.

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Best Owner Group: Der Fokus des Hilfsfonds liegt auf den Gewerken Antriebsstrang inklusive Getriebe.
Best Owner Group: Der Fokus des Hilfsfonds liegt auf den Gewerken Antriebsstrang inklusive Getriebe.
(Bild: Daimler)

Der Hilfsfonds für kriselnde Unternehmen aus der Zulieferindustrie, Best Owner Group (BOG), hat einem Bericht zufolge erste Übernahmekandidaten im Visier. Das hat die Wirtschaftszeitung „Handelsblatt“ am Mittwoch berichtet. „Wir haben das Ziel, bis Ende des zweiten Quartals 200 bis 250 Millionen an Investorengelder einzusammeln“, sagte demnach Bernd Bohr, Chefberater der BOG. Erste Übernahmen könnten Mitte dieses Jahres stattfinden.

Der Übernahmefonds wurde im Spätherbst des vergangenen Jahres von der IG Metall ins Leben gerufen mit dem Ziel, Pleitekandidaten aus dem Verbrennergeschäft vor dem Aus zu retten. Das Zielvolumen beträgt 500 Millionen Euro.

„Wir wollen nicht die Insolvenzfälle retten“

Laut Bohr sehen die aktuellen Pläne vor, drei bis sieben Zulieferer oder Sparten zwischen einer halben und einer Milliarde Euro Umsatz aufzukaufen. Der Fokus des Hilfsfonds liege auf den Gewerken Antriebsstrang inklusive Getriebe. Gießereien, Fertiger von Drehteilen und Kleinstbetriebe schließt Bohr dabei aus, heißt es weiter. „Wir wollen nicht die Insolvenzfälle retten“, zitiert „Handelsblatt“ den Ex-Bosch-Manager. Automobilzulieferer müssten „strukturell gesund sein“ und sie müssten eine Ebit-Marge von fünf Prozent erreichen können.

Kritiker sehen die Finanzierung als Problem – schließlich sind die Margen bei ebendiesen Unternehmen knapp. Manche befürchten auch eine mögliche Wettbewerbsverzerrung zuungunsten von Zulieferern, die nicht im Hilfsfonds sind. Der Bericht greift außerdem den Kritikpunkt auf, dass den von BOG übernommenen Zulieferern ein gewisses Image anhafte – was nicht zuletzt für die Beschäftigten problematisch sein dürfte. An einen langfristigen Arbeitsplatz glaube bei diesen Unternehmen schließlich niemand mehr.

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