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Verkehrssicherheit Berliner Erklärung: Vision Zero rückt in weite Ferne

| Autor / Redakteur: Peter Trechow / Maximiliane Reichhardt

Keine Spur von „Vision Zero“. Denn trotz globaler Initiativen und technischer Fortschritte stagnieren die Opferzahlen seit Jahren auf viel zu hohem Niveau. Experten wirken angesichts dieser fortlaufenden Katastrophe zunehmend ratlos.

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Die Zahl der Verkehrstoten stagniert auf niedrigem Niveau. Die Ziele für 2020 werden dennoch deutlich verfehlt.
Die Zahl der Verkehrstoten stagniert auf niedrigem Niveau. Die Ziele für 2020 werden dennoch deutlich verfehlt.
(Bild: SP-X )

Mai 2011: Die „Decade of Action for Road Safety“ ist gerade angebrochen. Ein Forum der Challenge Bibendum in Berlin thematisiert die UN-Initiative, die die Zahl der Verkehrstoten und Verletzten bis 2020 halbieren soll. Wie bitter nötig das wäre, beschreibt Schauspielerin Michelle Yeoh eindrücklich. Als Botschafterin der Kampagne „Make Roads Safe“ besuche sie Kliniken, Opfer und Hinterbliebene in aller Welt und wähne sie sich dabei teils in Kriegsgebieten. „Ich wusste nicht um die Tiefe dieser Epidemie. Die Gespräche mit Eltern getöteter Kinder und überlebenden Opfern sind erschütternd“, sagte sie. „Wir alle, und gerade Sie als Verantwortliche der Autoindustrie, müssen den Opfern dieser Epidemie eine Chance geben“, mahnte sie die zahlreich anwesenden Branchenvertreter.

Kiran Kapila, seinerzeit Präsident der International Road Federation, untermauerte den Appell mit Zahlen aus Indien: 130.000 Tote, fünf Millionen Schwerverletzte und ein volkswirtschaftlicher Schaden von 14 Milliarden Euro Pro Jahr. „Auf unseren Straßen stürzt täglich ein vollbesetzter Jumbo ab, aber anders als echte Flugzeugabstürze findet diese Katastrophe keine mediale Aufmerksamkeit“, sagte er. Genau hier liege das Problem. „Wir brauchen die Köpfe der Menschen, um Konzepte und Technologien für mehr Verkehrssicherheit zu etablieren“, so Kapila.