Zulieferer

Bordnetz-Chef Brand verlässt Leoni

| Redakteur: Christian Otto

Dr. Andreas Brand verlässt Leoni.
Dr. Andreas Brand verlässt Leoni. (Foto: Leoni)

Die Division Bordnetz-Systeme wird bis zur Ernennung eines Nachfolgers von den verbleibenden Vorstandsmitgliedern geführt. Die Personalie dürfte im Zusammenhang mit der schwachen Geschäftsentwicklung von Leoni stehen, die vor allem aus Problemen im Bordnetz-Bereich resultieren.

Dr. Andreas Brand hat heute sein Mandat als Mitglied des Vorstandes bei der Leoni AG mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Er verantwortete den Unternehmensbereich Bordnetz-Systeme. Ein Leoni-Sprecher betonte auf Nachfrage, dass die Trennung „einvernehmlich“ vollzogen wurde.

Der Aufsichtsrat des Zulieferers will sich am 10. Dezember 2015 mit der Nachfolge befassen und dabei auch die künftige Struktur des Vorstandes diskutieren. Bis die Nachfolge des scheidenden Vorstandsmitglieds geklärt ist, werden der Vorstandsvorsitzende Dieter Bellé und der Vorstand für den Bereich Wire & Cable Dr. Frank Hiller seine Aufgaben vorübergehend übernehmen.

Starke Belastungen im Bordnetz-Bereich

Die Personalie steht wohl im Zusammenhang mit der vor wenigen Wochen ausgegebenen drastischen Gewinnwarnung der Nürnberger. Leoni hatte nach einem soliden zweiten Quartal unerwartet eine rückläufige Gewinnentwicklung im dritten Quartal festgestellt.

Als Grund für diesen Einbruch führte der Zulieferer damals die überraschend starken Belastungen im Bordnetz-Segment an, das Dr. Brand verantwortete. Konkret hätten hier beschleunigte Hochläufe komplexer Projekte in Verbindung mit unerwartet angehobenen Stückzahlen zu vermehrten Aufwendungen und einer verminderten Effizienz geführt. Zusätzlich belastete die vorzeitige Beendigung margenstarker Projekte das Ergebnis. Leoni räumte damals auch ein, dass eingeleitete Strukturmaßnahmen noch nicht ausreichend gegriffen haben.

Ziele für 2015 und 2016 kassiert

Schon zu diesem Zeitpunkt gingen die Unternehmensverantwortlichen für das vierte Quartal davon aus, dass die schwächere Performance im Bordnetz-Segment das Ergebnis weiterhin belasten wird. Das für 2015 prognostizierte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 200 Millionen Euro wurde deshalb von Leoni kassiert. Beim Konzernumsatz rechnet der Kabel-Spezialist mit einem gleichbleibenden Niveau von rund 4,3 Milliarden Euro. Zudem nahm Leoni auch für 2016 schon das ausgegebene Ziel zurück. Die Prognose für 2015 präzisierte die Leoni AG allerdings heute nochmals: Demnach wird das Unternehmen mit Ablauf des Geschäftsjahres einen Umsatz von mindestens 4,4 Milliarden Euro und ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von mehr als 130 Millionen Euro erzielen.

In einer aktuellen Mitteilung betont Leoni, dass man derzeit an einem Maßnahmenpaket arbeite, um das Bordnetz-Segment auf den angestrebten, ertragsorientierten Wachstumskurs zurückzuführen.

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