Automobilzulieferer Borg Warner kauft Akasol

Redakteur: Tanja Schmitt

Der hessische Batteriehersteller Akasol wird amerikanisch: Borg Warner will insgesamt 730 Millionen Euro für den Zulieferer bezahlen.

Firmen zum Thema

Unternehmensgründer und Konzernchef Sven Schulz hält momentan rund 47 Prozent der Anteile von Akasol.
Unternehmensgründer und Konzernchef Sven Schulz hält momentan rund 47 Prozent der Anteile von Akasol.
(Bild: Akasol)

Der US-Autozulieferer Borg Warner möchte den Batteriehersteller Akasol für knapp 730 Millionen Euro kaufen. Den Anteilseignern werde 120 Euro je Aktie geboten, teilte Akasol am Montag (15. Februar) mit. Die Offerte liege rund ein Viertel über dem durchschnittlichen Niveau der vergangenen drei Monate. Da Unternehmensgründer und Konzernchef Sven Schulz, der rund 47 Prozent der Anteile hält, und andere Gründer ihre Aktien verkaufen werden, hat sich der US-Zulieferer bereits 59 Prozent der Akasol-Papiere gesichert. Damit ist die von Borg Warner gesetzte Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent plus eine Aktie schon erreicht. Zudem befürworten der Aufsichtsrat und Vorstand und Akasol das Angebot, wie es hieß.

Borg Warner entwickelt und produziert Elektromotoren unter anderem für Nutzfahrzeuge. Mit Akasol baut der Zulieferer seine Wertschöpfung im Bereich Elektromobilität deutlich aus. Borg Warner ist einer der 30 größten Zulieferer der Welt (Übersicht Top 100). Jedoch ist das Unternehmen stark abhängig vom Verbrennungsmotor. Vor einem Jahr kaufte der Zulieferer Delphi Technologies, um seine Kompetenzen im Bereich Elektroantriebe zu erweitern.

Über Akasol

Das 2008 gegründete Unternehmen stellt Batteriesysteme für Busse, Bahnen, Lastwagen, Industriefahrzeuge sowie Schiffe her und will von der zunehmenden Elektrifizierung schwerer Fahrzeuge profitieren. Zu den Kunden gehören unter anderem Konzerne wie Daimler, Alstom und Volvo. Akasol wuchs zuletzt kräftig, steckt aber in den roten Zahlen. Die Mitarbeiterzahl lag Ende September 2020 bei rund 300. Am Freitag (12. Februar) hatte die Aktie zum Xetra-Handelsschluss etwas mehr als 104 Euro gekostet und damit mehr als doppelt so viel wie beim Börsengang im Jahr 2018.

Mit Material von dpa

(ID:47132995)