Insolvenz Borgward-Comeback endgültig gescheitert

Von sp-x

Knapp 50 Jahre nach dem Zusammenbruch des Borgward-Imperiums wurde die legendäre Automarke mit chinesischem Geld wiederbelebt. Doch der Neustart ist nun endgültig gescheitert.

Der Borgward BX-5 in München. Nach Deutschland haben es nur wenige Modelle geschafft. Jetzt ist die Marke offiziell insolvent.
Der Borgward BX-5 in München. Nach Deutschland haben es nur wenige Modelle geschafft. Jetzt ist die Marke offiziell insolvent.
(Bild: Borgward)

Die im Jahr 2015 vom chinesischen Automobilhersteller Beiqi Foton Motor wiederbelebte Automarke Borgward wurde Ende November 2022 von einem Gericht in China für offiziell insolvent erklärt. Laut Automotive News Europe hat ein Gericht der Stadt Peking damit einen endgültigen Schlussstrich unter die Wiederbelebung der deutschen Traditionsmarke gezogen. Borgward hat zudem eine Genehmigung zur Liquidation der Vermögenswerte beantragt.

Seinen Anfang nahm das Abenteuer 2014 mit dem Verkauf der Markenrechte durch den Gründerenkel Christian Borgward an Foton. Der chinesische Lkw-Hersteller wollte ins Pkw-Geschäft einsteigen und künftig SUV-Modelle unter der Marke Borgward in China und Europa vertreiben. Die Autos von Borgward basierten auf alter Saab-Plattform mit modernisierter Technik und zeitgemäßem Design aus Deutschland.

Um in Europa Fuß zu fassen, wurde 2016 eine europäische Zentrale der Borgward Group in Stuttgart eröffnet. Ende 2016 folgte die Ankündigung, für den europäischen Markt sogar eine Fertigungsanlage unter anderem für eine Elektroversion des BX-7 in Bremen aufbauen zu wollen. Im Jahr 2017 untermauerte Borgward mit einem großen Stand auf der IAA und dem Isabella Concept seine Europa-Ambitionen.

Erste Modelle von China nach Deutschland

Mit dem BX-7 wurde das erste Modell von Borgward zunächst in China eingeführt. 2017 folgten BX5, 2018 BX6 und 2020 der kleine BX3. Hauptabsatzmarkt war China, wo in fünf Jahren insgesamt 165.000 Fahrzeuge verkauft wurden. Rasch zeigte sich allerdings, dass der Absatz weit hinter den Produktionskapazitäten zurückblieb. Dem Mutterkonzern Foton fehlte alsbald der finanzielle Atem – auch für seine ambitionierten Europapläne. Nach Deutschland haben es lediglich eine Handvoll BX-5 und BX-7 geschafft.

Im Sommer 2019 hat der neue Borgward-Eigner Ucar den Werksbau in Bremen abgesagt, 2020 wurde der Deutschland-Standort abgewickelt. In diesem Jahr sind in China zudem die Verkaufszahlen eingebrochen, 2021 kam die Produktion endgültig zum Erliegen.

Im April 2022 leitete dann Beijing Borgward das Insolvenzverfahren ein. Was von Borgward übrigbleiben wird und was mit den Markenrechten passiert, bleibt abzuwarten. (sp)

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