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Automatisiertes Fahren

Bosch und Daimler: Zulassung für fahrerloses Parken

| Redakteur: Maximiliane Reichhardt

Bosch und Daimler dürfen ihre vollautomatisierte Parkfunktion „Automated Valet Parking“ künftig im Parkhaus des Stuttgarter Mercedes-Benz Museums nutzen. Das fahrerlose Parksystem soll das Fahrzeug selbstständig holen und bringen.

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Während das Fahrzeug automatisch einparkt, können sich die Insassen bereits auf den Weg machen.
Während das Fahrzeug automatisch einparkt, können sich die Insassen bereits auf den Weg machen.
(Bild: Bosch)

Bosch und Daimler haben die Zulassung für ihr automatisiertes Parksystem im Parkhaus des Mercedes-Benz Museums in Stuttgart erhalten. Der Einparkservice soll per Smartphone-App abgerufen werden und ohne Sicherheitsfahrer auskommen. Damit ist er die erste fahrerlose Parkfunktion, die für den Alltagsbetrieb zugelassen ist. Weil geeignete Serienfahrzeuge auf absehbare Zeit fehlen, kommen vorerst allerdings nur spezielle Mercedes-Prototypen zum Einsatz.

Die Technik des fahrerlosen Parkens

Die Selbstparkfunktion wird per Smartphone-App aktiviert, woraufhin sich das Auto selbstständig zu einer freien Parklücke bewegt. Bosch-Sensoren im Parkhaus überwachen den Fahrkorridor sowie dessen Umfeld und liefern die Informationen für die Steuerung des Fahrzeugs. Erkennen die Infrastruktursensoren ein Hindernis, stoppt das Auto.

Die Besucher des Museums konnten den Parkservice bereits seit dem Jahr 2018 erleben – bisher war allerdings geschultes Sicherheitspersonal vor Ort. Nach der behördlichen Zulassung ist das nun nicht mehr nötig und das Parksystem ist künftig ohne Fahrer in Betrieb. Zunächst soll die Zahl der teilnehmenden Testfahrzeuge überschaubar bleiben, langfristig soll die Technik kommerzialisiert und für jedermann nutzbar werden. Voraussetzung ist die passende Ausrüstung im Fahrzeug. Für diese fehlt bislang allerdings noch die rechtliche Grundlage.

Die Sicherheit des fahrerlosen Parkens

Das Pilotprojekt wurde von Gutachtern des TÜV Rheinlands sowie lokalen Behörden begleitet, da für fahrerlose Parkfunktionen noch keine Zulassungsverfahren etabliert sind. Das Ergebnis ist ein Sicherheitskonzept mit entsprechenden Freigabekriterien, die auch über das Pilotprojekt hinaus Anwendung finden können. Darin haben die Entwickler einerseits definiert, wie das fahrerlose Fahrzeug Fußgänger und andere Autos im Fahrweg erkennt und bei einem Hindernis zuverlässig stoppt. Darüber hinaus wurde eine abgesicherte Kommunikation aller Systemkomponenten untereinander und die zuverlässige Aktivierung des Parkvorgangs umgesetzt.

Mit Material von Spotpress

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