Forschungsprojekt Bremsen ohne Feinstaub

Redakteur: Lena Straßberger

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt ein Konzept, das den Feinstaub von Bremsen und Reifen nahezu eliminiert.

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Das DLR-Institut für Fahrzeugkonzepte in Stuttgart entwickelt einen feinstaubfreien Radkasten: Er soll keinen Bremsstaub und 90 Prozent weniger Reifenabrieb emittieren.
Das DLR-Institut für Fahrzeugkonzepte in Stuttgart entwickelt einen feinstaubfreien Radkasten: Er soll keinen Bremsstaub und 90 Prozent weniger Reifenabrieb emittieren.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt und testet ein Fahrzeugkonzept, das weniger Feinstaub emittieren soll. Ziel der Entwickler sei es, den Abrieb der Bremsen komplett zu vermeiden und den der Reifen um 90 Prozent zu reduzieren. Das Konzept soll sich direkt auf künftige Pkw, Nutz- und auch Schienenfahrzeuge übertragen lassen.

Bremse im Antrieb

Die Bremse soll aus dem Rad entfernt und in die Antriebseinheit integriert werden, beschreibt Projektleiter Franz Philipps den Ansatz. „In Kombination mit einer speziell entwickelten Hochleistungselektronik können wir die Bremsenergie nahezu vollständig zurückgewinnen, also rekuperieren.“ Das Projektteam untersucht dafür zwei Ansätze: Eine spezielle Art der Scheibenbremse in einem geschlossenen System. Die Bremsbeläge sind in einem Ölbad gelagert. Der Bremsabrieb landet im Öl, das laufend durch einen Filter gepumpt und gereinigt wird. Die zweite Idee ist eine Induktionsbremse.

Der neue Freiraum im Radkasten könne dann neu gestalten werden. Er ist aerodynamisch so ausgelegt, dass beim Fahren ein Unterdruck entsteht. Der Abrieb sammelt sich an einer bestimmten Stelle und ein Filtersystem nimmt ihn dort auf.

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg fördert das Projekt ZEDU-1 (Zero Emission Drive Unit – Generation 1) mit insgesamt sechs Millionen Euro.

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