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Automobilzulieferer Brose: 1.500 Stellen im Werk Coburg in Gefahr

| Autor: Svenja Gelowicz

Laut Medienberichten überlegt Brose, sein Coburger Werk nach Osteuropa zu verlagern. Ein Grund: zu hohe Produktionskosten durch zu viele Krankheitstage der Beschäftigten. Dies würde rund 1.500 Mitarbeiter den Arbeitsplatz kosten.

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Im oberfränkischen Coburg hat Brose seinen Konzernsitz. Dort arbeiten rund 3.300 Mitarbeiter.
Im oberfränkischen Coburg hat Brose seinen Konzernsitz. Dort arbeiten rund 3.300 Mitarbeiter.
(Bild: Brose)

Laut einem Bericht des „Bayerischen Rundfunk“ droht Brose damit, das Werk in Coburg nach Osteuropa zu verlagern. Bei einer Betriebsversammlung kritisierte Michael Stoschek, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung, zu hohe Produktionskosten – vor allem wegen zu hoher Krankenstände. Diese müssten halbiert werden.

26 Arbeitstage sind Mitarbeiter laut Stoschek im Coburger Werk jährlich durchschnittlich krank, so hoch wie in keinem anderen Brose-Werk weltweit. Dies bestätigte Brose-Sprecher Jürgen Hoffmeister gegenüber dem BR. Hohe Stundenlöhne und gut verhandelte Verträge seien neben dem hohen Krankenstand der Hauptgrund für die finanzielle Schieflage. Der Automobilzulieferer hoffe aber, das Werk in Coburg halten zu können.

Doch: „Bis Ende des Jahres müssen verbindliche Vereinbarungen mit dem Betriebsrat beziehungsweise mit der Belegschaft getroffen sein. Wenn dies nicht gelingt, ist eine Verlagerung unvermeidlich“, sagt Hoffmeister.

Hintergrund der Überlegungen seien die hohen Arbeitskosten in Coburg, die einen Wettbewerbsnachteil darstellen. Bei Mitbewerbern und auch Brose-Standorten in Osteuropa würden die Lohnkosten nur ein Viertel von Coburg betragen. „Unsere Kunden akzeptieren keine höheren Preise, nur weil wir in Deutschland produzieren“, sagt Jürgen Hoffmeister.

Über das Brose-Werk in Coburg

Im oberfränkischen Coburg hat Brose seinen Konzernsitz. Dort arbeiten rund 3.300 Mitarbeiter. Davon produzieren rund 1.500 der Beschäftigte vor allem Gerüste, Schalen und Federn für Autositze. Brose ist nach eigenen Angaben der einzige Hersteller, der noch hierzulande in Großserie Autositze herstellt.

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 Svenja Gelowicz

Svenja Gelowicz

Redakteurin Wirtschaft und Mobilität